inside und outside money – aus zwei mach eins!

Piedras y MarIn der Geld(system)debatte gibt es eine neue Publikation der BoE, welche einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Dies verdankt das 14-seitige Paper zwei Aspekten, welche bisher zu den Grundkenntnissen der (universitären) Lehre vom Geld gehören. Zum einen wird als neue Erkenntnis angepriesen, daß

„Whenever a bank makes a loan, it simultaneously creates a matching deposit in the borrower’s bank account, thereby creating new money.“

was gleichbedeutend ist mit der Negation:

„One common misconception is that banks act simply as intermediaries, lending out the deposits that savers place with them.“

und daß

„Another common misconception is that the central bank determines the quantity of loans and deposits in the economy by controlling the quantity of central bank money — the so-called ‘money multiplier’ approach.“

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, da diese Aspekte irgendwo nicht übermäßig bedeutungsschwer zu sein scheinen. Und doch wird damit seitens der BoE insofern Stellung genommen, als sie damit zu einer Sichtweise übergeht, die Kennern der Materie als die ‚banking‘-Position bekannt ist, die gegenüber der ‚currency‘-Position die These vertritt, daß das Geldvolumen in einer Wirtschaft von den privaten Akteuren (Banken und Publikum) bestimmt ist und nicht von der Zentralbank kontrolliert wird. Nun mögen harmonisch veranlagte Menschen denken, man müsse doch berücksichtigen, daß ein gemeinsames Zusammenspiel aller Akteure angebracht wäre, so daß diese strikte Abgrenzung eigentlich nicht vonnöten sei. Man kann dieses Paper der BoE jedoch insofern durchaus ernst nehmen, als damit elementare theoretische (Lehrbuch-) Konzeptionen ins Wanken geraten, obwohl damit (wieder einmal) auch nur die eine Seite der geldtheoretischen Debatte adressiert wird.

Der Ausgangspunkt dieser Kontroverse ist die Theorie der Marktwirtschaft, die allgemeine Gleichgewichtstheorie, in der die Haushalte die dominante Steuerungsinstanz sind, indem sie in ihrer Entscheidung zwischen Konsum und Nicht-Konsum, wozu auch die Entscheidung über den Konsum von Freizeit bzw. den Nichtkonsum von Freizeit (=Arbeitsangebot) gehört, das Aktivitätsniveau der Unternehmen bestimmen. Gleichzeitig sorgt ein perfekt funktionierender Preismechanismus dafür, daß alle Überschußnachfragen (für Anfänger: das ist der „Marktmechanismus“) der Haushalte und Unternehmen zu Null werden, was sich auch nur unter der Annahme einstellt, wenn alle Akteure dieser Ökonomie sogenannte Preisnehmer sind, d.h. niemand außer dem Auktionator existiert, welcher die Preise setzen kann. (Wem das zu abstrus vorkommt: genau das ist die spezifische Rechtfertigung für die segensreichen Wirkungen der Marktwirtschaft.)

Und damit die ganze Geschichte nicht ganz so blöd daherkommt wird dann noch eine Story von einem Bankensystem dazugezaubert, welches die Ersparnisse (=Nicht-Konsum) der Haushalte bündelt und in investierbares „Kapital“ überführt. Dabei werden dann allerlei illustre „Motivationen“ angeführt, die sich dann auch in der Lehre von den Bankenfunktionen wiederfinden und auf so schöne Namen hören wie Losgrößen-, Risiko- und Fristentransformation. Aber unabhängig von der schöngeistigen Begründungsorgie spielt dahinter vor allem das verzweifelte Bestreben eine Rolle, die Funktion des Bankensystem als kompatibel mit der Grundtheorie der Marktwirtschaft zu halten, bei der eben die Haushalte über ein individualistisches Entscheidungskalkül den Charakter und das Niveau der wirtschaftlichen Tätigkeit bestimmen. Man mag die ganze Geschichte nach der 1000ten Wiederholung für plausibel halten, die Kenner der Materie wissen jedoch, daß diese Konstruktion so nicht haltbar ist und die Geschichte von den „Spareinlagen“ lediglich als Glaubensereignis einzustufen ist, welches durch die allseitige Bestätigung einen „Wahrheitsstatus“ qua Überlieferung genießt.

Aber nun kommt der entscheidende Störfaktor ins Spiel. Denn die vorstehende Illustration ist eigentlich für den Fall gedacht, daß die Haushalte reale Dinge „nicht-konsumieren“, so daß diese Version eigentlich lediglich für den Fall einer (Ricardoschen) Kornökonomie Gültigkeit beanspruchen kann. Denn die „Ersparnis“ der Haushalte ist genau das, was die Unternehmen produktiv einsetzen können, woraus dann auch ein realer Ertrag (Korntheorie des Zinses) entsteht, der dann zu einem höheren Wohlfahrtsniveau führt. Dieser Störfaktor ist das Geld, von dem man auch schon früher (also vor Keynes) wußte, daß es nicht in einem Produktionsprozeß vermehrt werden kann (auch wenn es irgendwie produziert werden muß). Das hat zur Folge, daß auf Geld die Konzepte der Produktivitätsökonomie nicht angewandt werden kann, weil ein einem Kreditgeldsystem Geld nicht deswegen mehr wird, weil mehr produziert wird. Man könnte diese Tatsache ernst nehmen, daß das nicht getan wird liegt daran, daß sich die einzelwirtschaftliche Erfahrung, daß man aus Geld mehr Geld d.h. einen Gewinn machen könne, als ausreichende Plausibilitätsvorstellung durchgesetzt hat. Die Theorie wird zwar dadurch nicht wahr, aber sie kann geglaubt werden. Um dennoch Geld halbwegs als Gut auffassen zu können wurde eine mehr als zweifelhafte Abstraktion erfunden die besagt, daß Geld als Tauschmittel von Werten deswegen funktionieren könne, weil es selbst ein Anspruch auf Wert darstellt (Geld als Anspruch auf Goldaushändigung).

Indem Geld als physische Einheit und damit als Träger von Wert aufgefaßt wird, kann auf der einen Seite die Allgemeinheit des Gleichgewichts aufrechterhalten werden, weil sich Geld unter die Normen der Werttheorie subsumieren läßt, was dazu geführt hat, daß die Nachfrage (sic!) nach Geld einen prominenten Platz in der ökonomischen Forschung eingenommen hat. Auf der anderen Seite muß wegen der allumfassenden Dominanz des Marktkonzeptes ein „Angebot“ an Geld stehen, DAMIT die Funktionslogik des Marktes anwendbar wird. Dieses „Geldangebot“ wird durch eine Zentralbank zur Verfügung gestellt, so daß es auch bei Geld möglich wird, die Knappheitslogik anzuwenden und um sicherzustellen, daß Geld einen positiven Preis (sic!) aufweist. (Man muß das nicht verstehen, aber die Ökonomen ticken tatsächlich so.) Der Preis des Geldes (als wenn man Geld kaufen könnte!) ist der Zins, der sich wiederum nahtlos an die Überschußtheorie des Kornes anschließt. Und damit dieses Geld auch überhaupt bei den Haushalten ankommt, muß der Staat über seine Verschuldung das Geld in „Umlauf“ bringen, wo es dann, gesegnet mit einer „Umlaufgeschwindigkeit“ von Kauf zu Kauf hetzt und nebenbei auch noch die ehrenvolle Aufgabe übernimmt, das allgemeine Preisniveau mitzubestimmen. Auch wenn es lächerlich erscheinen mag: diese Theorie ist der gegenwärtige ‚mainstream‘ der ökonomischen „Erkenntnis“.

Dabei ist die Erklärung, warum derart schräge Vorstellungen die Geldtheorie dominieren, darin zu sehen, daß sie vom Design her die allgemeine Gleichgewichtstheorie als valide Formulierung der Neoklassik (der Markttheorie) stützen soll. Sie ist damit gewissermaßen eine Hilfstheorie und besitzt daher keine genuine Eigenständigkeit. Da sie sich aber anpassen muß, ist der Geldbegriff so beschaffen, wie es die Ressourcen in der Haupttheorie auch sind. Denn dort ist Geld als Tauschmittel durchaus eine Sache, eben (irgendein) Tauschgut mit ein paar Besonderheiten. Ebenso ist auch die Allokation des „Geldes“ von der Konsum / Nicht-Konsum Entscheidungen der Haushalte geprägt, so daß nahtlos die Theorie des Bankensektors als „Transformatoren“ des vorhandenen Geldbestandes formuliert ist. Deswegen gibt es in der Neoklassik auch nur ‚outside money‘ – Geld von der Zentralbank: eine Sache. Diese Theorie ist zusammen mit der Quantitätstheorie (die übrigends die Eigenschaft Theorie zu sein nicht wirklich besitzt) die Grundlage der Geldmengensteuerung, die nach der Peel´schen Bankakte vom ‚currency‘-department – also der Zentralbank – vollzogen wird.

Diese ehrwürdige Aufgabe wird nun in dem BoE-Paper dahingehend relativiert, daß die „Geldschöpfung“ (auch so ein herrlich kreationistischer Begriff, bei dem der Puritanismus nur so aus allen Poren trieft) in der ’new view‘ von den Kreditvergabeentscheidungen der Banken bzw. des Publikums gesteuert ist und somit die Bedeutung der Zentralbank als Emittent von Banknoten in den Hintergrund rückt. Nun ist diese Geschichte auch nicht mehr so neu, sondern reüssierte bereits vor etwa 40 Jahren und ist mit dem Namen James Tobin verbunden, dessen Untersuchungen bereits damals zu dem Schluß geführt hatten, daß die Banken „weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit den Krug der Witwe“ besitzen. Dieser „Krug der Witwe“ ist das, was die BoE in ihrem Paper als neueste Erkenntnis präsentiert, indem sie den Schwerpunkt des „Geldangebotes“ nunmehr bei den Banken sieht, die durch eine einfache Kreditvergabe ‚inside money‘ „schöpfen“, ohne daß bei diesem Vorgang auch das entsprechende Zentralbankgeld (‚outside money‘) schon vorhanden sein müßte.

Jenseits der Begeisterung, die dieses Paper bei gewissen Teilen der „Geldsystemkritiker“ hervorgerufen hat ist dagegen zu konstatieren, daß hier zwar eine Abkehr von herkömmlichen Lehrmeinungen erfolgt ist, die Alternative zu einer übermächtig scheinenden Quantitätstheorie jedoch nicht in einer Konzeption zu suchen ist, die meint, Kreditbeziehungen gegen die „Geldversorgung“ einer Zentralbank stellen zu können. Das zeigt sich schon an dem Eiertanz der immer aufgeführt wird, wenn es darum geht die Zahlungsmitteleigenschaft der ‚deposits‘ zu begründen, obwohl diese ‚deposits‘ mit etwas „Deponiertem“ nichts zu tun haben können, weil sie schlichtweg dafür auf der falschen Seite der Bilanz stehen. Etwas Deponiertes im Sinne eines Lagerscheines findet sich auf der Vermögensseite einer Bank überhaupt nicht an, weil bei einem Aufbewahrungsvertrag das Eigentum bei dem „Einleger“ verbleibt. Eine „Einlage“ von Geld auf der Bank ist jedoch damit verbunden, daß das ‚outside money‘-Geld, die Banknote, in das Eigentum der Bank wechselt bzw. der „Einleger“ das Eigentum an der „eingelegten“ (süß-sauer, oder lieber fruchtig?) Banknote verliert und lediglich eine Sichtforderung (‚inside‘-money) erhält, mit deren Hilfe er entweder Banknoten zurückverlangen kann oder die Bank beauftragen kann zu Lasten seines Guthabens einen Transfer von Zentralbankgeld vorzunehmen. Diese Verfügung kann eine Bank deswegen durchführen, weil das Zentralbankgeld in ihrem Eigentum steht und sie deswegen befähigt ist, zugunsten des Überweisenden einen Zentralbankgeldtransfer durchzuführen.

An dieser Stelle zeigt sich dann auch, warum die Opposition von ‚inside money‘ und ‚outside money‘ eine Scheinkontroverse ist, die sich nur deshalb entwickeln konnte, weil die dahinterstehende Theorie eine bestimmte Interpretation des Geldobjektes erforderlich macht. Die Neoklassik benötigt für ihre Grundtheorie ein (werthaltiges) Geldobjekt und ist somit natürlicher Verfechter einer Zentralbanktheorie des Geldes, wofür sinnbildlich der Geld abwerfende Hubschrauber eines M. Friedman steht. (Diese Parabel ist deswegen aufschlußreich, weil damit die ganzen Schuldprozesse bei der „Inumlaufbringung“ von Geld einfach ausgeblendet werden können – das Friedman-Geld ist in gewissem Sinne „schuldfrei geschöpftes Geld“!) Auf der anderen Seite steht die Theorie der „endogenen Geldschöpfung“, die gewissermaßen ein Steckenpferd des Postkeynesianismus ist, der damit z.B. begründen will, daß für eine Zentralbank die Zinspolitik gegenüber der Geldmengensteuerung Priorität genießen sollte. (Und für – selbstverständlich – D. Graeber ist damit bereits die Politik der „Austerität“ grundsätzlich diskreditiert.) Nun soll an dieser Stelle das Chaos des Postkeynesianismus nicht Thema sein, es genügt zu bemerken, daß offenbar die „Story“ dieser Theorierichtung nicht konsistent genug ist, um für den neoklassischen ‚mainstream‘ eine ernsthafte Bedrohung darzustellen. (Natürlich kann ich mir die Bemerkung doch nicht verkneifen, daß der Anspruch eine „realistische“ Theorie zu formulieren gegen elementare Erkenntnisse der Epistemologie verstößt! Aber wer kennt sich schon mit Erkenntnistheorie aus?)

Entscheidend für die Beurteilung dieser Kontroverse ist, daß wie oben dargestellt bereits eine so einfache Sache wie eine Überweisung das Zusammenwirken von ‚inside‘ und ‚outside‘ zwingend erforderlich ist, weil sonst keine Überweisung zustandekommen kann. Denn jede Schuldbeziehung (‚inside‘) benötigt eine Erfüllung (‚outside‘), so daß sich diese Kontroverse als Tauziehen an einem Ring herausstellt, wobei jede Seite für sich reklamiert, daß sie doch an der „richtigen“ Seite des Ringes zerren würde. Wenn man so will verwendet der Kunde, der eine Überweisung tätigen will sein ‚inside money‘ (die Schuldbeziehung), damit die Bank an seiner Stelle einen Transfer von ‚outside money‘ durchführt. Und genau darauf wird hier in diesem Blog auch öfter mal Bezug genommen, daß man sich darüber klar werden sollte, daß eine Schuldbeziehung die auf Geld lautet nur dadurch erfüllt werden kann, indem über das Erfüllungsobjekt auf die gewünschte Weise von der Bank auch tatsächlich verfügt (im juristischen Sinne) wird.

Was heißt das für das BoE-Paper? Gute Frage, denn was soll man von einem Paper halten, welches einen untauglichen Tunnelblick gegen einen anderen austauscht und dabei völlig ignoriert, daß das, was eigentlich erklärt werden sollte (die Geldeigenschaft der ‚deposits‘), überhaupt nicht adressiert worden ist und auch nicht adressiert werden kann. (Wie soll man auch etwas glaubhaft darstellen, wenn die Sache selbst nicht glaubhaft darstellbar ist?) Die Geschichte von dem „Krug der Witwe“ stimmt heute genausowenig wie vor 40 Jahren. James Tobin hat das noch gewußt.

12 Kommentare

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12 Antworten zu “inside und outside money – aus zwei mach eins!

  1. Es gibt keine „Wahrheit“, da haben Sie völlig recht, lieber Herr Menendez, es gibt nur: Akzeptanz. Ich bevorzuge den Begriff „Akzeptanz“ gegenüber jenen des „Paradigmas“ oder der „Episteme“ wie ihn Foucault gebrauchte. Er verdeutlicht nämlich, dass es – bevor es eine „Ordnung der Paradigmen oder des Diskurses“ gibt – eine „Ordnung der Menschen“ gibt, die über den Diskurs und seine Formen hinausragt. Ich stehe, mit anderen Worten, einem Althusser näher als einem Kuhn oder Foucault. Dass ein Diskurs als „wahr“ akzeptiert wird, setzt eine Form von Akzeptanz voraus, die sich im täglichen Leben bildet. Und dies Leben läuft, ob man will oder nicht, unter einer „Ordnung der Menschen“ ab. Dass man diese „Ordnung der Menschen“ nicht bis in die Vergangenheit aufspüren kann, beschreibt die Grenze der Erkenntnis, dass sie aber in der Gegenwart existiert, ist unbestritten. Aller Versuch, die „Ordnung des Diskurses“ der „Ordnung der Menschen“ unterzuordnen, ist daher auf das Hier und Jetzt konzentriert und kann niemals rückwärts- oder vorwärtsgewandt sein. Foucault war ein Rückwärtsdenker und hat sich folglich auf Diskurstheorie beschränkt.

    Das Hier und Jetzt vorausgesetzt und die „Ordnung der Menschen“, die wir hier erblicken, sticht sofort ins Auge, dass Letztere eine grössere Trägheit besitzt als die „Ordnung des Diskurses“. So gewandelt hat sich unsere Gesellschaft nicht, als dass es erklärbar wäre, dass der politische Diskurs mit seinen typischen Begriffen von „Freiheit“, „Demokratie“ und „Rechtsstaat“, heute auf Inakzeptanz trifft. Es gibt also einen Freiheitsgrad in der „Ordnung des Diskurses“, der sich nicht durch die „Ordnung der Menschen“ abbilden lässt. Daraus jedoch zu schliessen, dass die „Ornung des Diskurses“ über der „Ordnung der Menschen“ schwebt, halte ich für verwegen. Eher ist es so, dass unser allgemeines Instrumentarium der Erfassung und Klassifizierung noch nicht so verfeinert ist, als dass es alle Veränderungen in der „Ordnung der Menschen“ hinlänglich erfassen könnte. Zumindest fallen mir genügend Gründe ein, warum der politische Begriff „Freiheit“ inakzeptabel geworden ist, die allesamt in einem Konnex zur „Ordnung der Menschen“ stehen. Stichwort: Refeudalisierung, d.h.: Restrukturierung der Ordnung entlang von Netzwerken, die Menschen binden anstatt zu „befreien“.

    Die Schwierigkeit ökonomische Theorie zu betreiben, entspringt daraus, dass sie zwischen den Schnittstellen der „Ordnung der Menschen“ und der „Ordnung des Diskurses“ angesiedelt ist. Sie beschreibt eine „Ordnung der Menschen“ und will gleichzeitig Akzeptanz erringen, ein Anspruch, der nicht notwendigerweise gelingen muss. Nichts lächerlicher als Ökonomen, die sich mit der Beschreibung der „Ordnung der Menschen“ zufrieden geben, sich selbstzufrieden zurücklehnen, und dann erkennen müssen: dass niemand sie verstehen will. Ökonomen sind „Einbahn-Theoretiker“ ohne Vorstellung von Akzeptanz, und es ist immer nur Zufall, wenn einer von ihnen diese erringen sollte. Die Klügeren handeln instinktiv so, dass sie zu jeder Zeit den Menschen und dem Zeitgeist folgen, indem sie Begriffe erneuern und sich selbst von Dogmen lossagen. Die weniger Klügeren verkommen in den Schreibstuben der Universitäten. Mehr gibt`s dazu leider nicht zu sagen, wenn man über ein Gebilde wie die „Gleichgewichtstheorie“ nachdenkt: Sie ist eingemeisselt, starr wie ein Altersschwacher, in einer „Ordnung des Diskurses“, der Veränderungen unterlegen ist, von denen ihr jegliche Vorstellung fehlt.

    Alfred Felsberger

  2. Ich halte zum Beispiel die Vorstellung, dass die „Gleichgewichtstheorie“ den aktuellen ökonomischen Diskurs dominiert, für völlig abwegig. Ich selbst bin alt geworden, ohne jemals ein Werk von Walras oder Marshall in den Händen gehalten zu haben, und ich gehöre zu den ökonomisch Interessierten. Was an Walras interessant ist, ist sein Leben, wie ein Mensch, der von Grund auf kunstsinnig ist, sich freiwillig in ein Gedankenbäude einsperrt, das Null Relevanz und Akzeptanz hat. Das tot wie eine Maus ist und auch niemals die Chance haben wird zum Leben zu erwachen. Immerhin geht die Formulierung der Gleichgewichtstheorie mit der Gründung der Arbeiterpartei in Österreich-Ungarn einher, ein zeitlicher Zusammenfall, der alles über die Irrelevanz der Theorie aussagen sollte, es sei denn die Ökonom meinen ernsthaft, dass ein Arbeiter für mathematische Formeln Interesse zeigte. Nicht mal Marx wurde von ihnen ausreichend gewürgt, ein Tatbestand der oft vergessen wird, wie dann Walras?

    Eher ist es so, dass ein Merkmal unserer Zeit – konkret: die Einheitswährung Euro als zentraler Anker der „Ordnung der Menschen“ in Europa – einen spezifischen ökonomischen Diskurs in Bewegung gesetzt hat, der Ähnlichkeiten zur Gleichgewichtstheorie hat. Würde mich jemand fragen, was die Wiederbelebung des „rationalen Wirtschaftens“ und „Spargedankens“ in Europa befördert hat, würde ich keine Sekunde zögern und „Der Euro!“ sagen. Eine einheitliche Währung zwingt zu Disziplin in Nachbarhäusern, für die man zuvor kein Interesse gezeigt hat. Folglich ist auch dieses Gemisch aus „Sparbegeisterung“ und „Sich-Selbst-Beschneidung“ mehr ein Reflex auf eine neue Gegebenheit als eine Wiederbesinnung auf orthodoxe Theorie. Dass sich die „Gleichgewichtstheoretiker“ in diesem plötzlichen Aufschwung sonnen, dass ein Herr „Sinnlos“ – als Synonym für allen Wahnwitz, der da herumläuft – glaubt nun „Sinn“ gewonnen zu haben, spricht für ihre Beschränktheit, keinesfalls aber für ihr Denken.

    Alfred Felsberger

  3. Die „Ordnung der Menschen“, wie wir sie heute kennnen, scheint einen paradoxen Zustand erreicht zu haben: Einerseits sind alle Zweifel sich der Ordnung zu fügen schon lange verflogen, haben sich die Menschen mit der Macht, in der sie leben, längst vereint, ja sind selbst zu Formen dieser Macht geworden, andererseits wird der Diskurs, durch den diese Ordnung seit je beschrieben wird, nicht mehr geduldet. Macht und Sprache fällt auseinander, indem einerseits niemand etwas dagegen hat, in dieser Ordnung zu leben, sich ihren Machtpraktiken zu fügen, umgekehrt aber die Sprache eine Sensibilität erreicht, die alle Rechtfertigung dieser Ordnung auf der Grundlage der tradierten Begriffe in Frage stellt. Man sagt zum Beispiel nicht mehr: „Ich lebe hier, weil ich die Freiheit schätze“, sondern „auch wenn diese Freiheit eine Lüge ist, lebe ich hier“. Das Dasein scheint in eine Art selbstreflexive Praxis eingekehrt zu sein, die noch vor Jahrzehnten als Revolution missdeutet worden wäre. Man hätte erwartet, dass sich die Menschen entlang der neuen Sprache bewegen, doch sie bewegen sich nicht mehr, sondern zementieren sich ein. Mit Emanzipation hat die neue Sprache gar nichts zu tun, eher mit einer blinden Vernichtung von Begriffen: Man strebt nicht nach vorne, man strebt nach Zerstörung.

    Das Fortschritts- und Emanzipationsprojekt der Moderne gerät unter den Beschuss der Sprache, indem selbst ihre heiligsten Begriffe, „Freiheit“ und „Rechtsstaat“, in einem einzigen aufgelöst werden, der an Schärfe nicht mehr zu überbieten ist: Die „Macht des Stärkeren“. Alle Logik dieser Gesellschaft, alle ausdifferenzierten Machttechniken, die auf Inklusion sowohl des Aussen als auch Innen strebten, werden auf Stärke und Faustrecht reduziert, alles Gerede von Fortschritt als Lüge diffamiert. War diese Vorgangsweise noch vor einem Jahrhundert ein Projekt von Minderheiten, dann die Machtpraxis eines kurzen Regimes, so wird es heute zum Mehrheitsprojekt, womöglich auf eine Ewigkeit hin ausgerichtet. Längst ist der Glaube an den Rechtsstaat verflogen und durch den Glauben an die Macht der Rechtsanwälte und ihrer Geldbeutel ersetzt: „Macht hat, wer es sich in einem Rechtstaat zu richten weiss“, heisst das neue Credo. Die Priester des alten Fortschrittsglaubens sehen sich einer Welle von Diffamierungen ausgesetzt, die sie über kurz oder lang marginalisieren und in die Bedeutungslosigkeit treiben wird. Wer heute nicht zynisch ist, wird morgen keine Existenzberechtigung haben. Es hilft nichts zu sagen: „Die Sprache verroht“, oder auch sonst das Neue als „Barbarei“ zu geisseln, es setzt sich durch und ist auf dem Vormarsch.

    Die alten Theorien werden an dieser neuen Sprache zu messen sein: Marx würde wohl sagen, dass die Ideologie wiedermal auf dem Vormarsch ist. Nur wie treffend ist das, wenn es die Masse der Arbeitnehmer, also der angeblich Unterdrückten, ist, die auf diesen Weg einschwenkt? Foucault würde es als eine Technik der Selbstdisziplinierung, der Einfügung der Subjekte in die Verhältnisse deuten, würde jedoch an dem nicht auflösbaren Widerspruch zwischen Macht und Sprache scheitern. Die Macht steht woanders, auf der Seite der „political correctness“, so skurill es klingt, und wird von der Masse entschleiert, ganz anders als unter der Praxis des Nationalsozialismus, wo Macht und Sprache noch eine Einheit waren. Der Liberalismus hat nichts anderes zu bieten als die alten Fortschrittsparolen, die soeben zermalmt werden. Postmoderne schliesslich würden es als Fragmentierung deuten, als das zeitliche Nebeneinander verschiedener, aus der Vergangenheit entnommener Formen, die bunt und ohne Logik durcheinander gewürfelt werden. Wer aber die Macht der Sprache kennt, weiss, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Machttechniken auf die neue Sprache einschwenken. Sie streben nach Akzeptanz, die sie in den alten Begriffen nicht mehr finden. Es hiesse sich eine Welt zu denken, wo das Gerede von der „Macht des Stärkeren“ zur schlagenden „Wahrheit“ wird.

    Alfred Felsberger

  4. Ein Sicht inside outside der Macht:
    http://www.minneapolisfed.org/publications_papers/pub_display.cfm?id=3539.&amp&
    „To apply the knowledge gained from study and research later to policy is wonderful. Almost every day you see a problem about which you can say, „Oh yes, I recognize that one.“ Of course, it’s rarely exactly as formulated before, but still the formal training gives you a framework for organizing your thinking. Obviously, we in the Fund are working in a world of political economy: We’re advocating policies and trying to persuade countries to adopt them, so a lot of game theory models come in very handy. But they’re only useful in combination with sound advice.“
    Erinnert an die VWL-Seminare mit Prof. Geschwendtner und Keynesianischen Modellentwicklungen.
    Aber die Umsetzung in der Wirklichkeit der Wirtschaften der Unternehmen und Verwaltungen …
    Macht der Entscheidungen sowie Entwicklungen von Wissen und Technik!

  5. Sehr geehrter Herr Rubycon,

    Noch leben wir in einer staatlichen Welt, wo überstaatliche Institutionen nur Beiwerk sind, die wie Unkraut am Rande des Weges wachsen. Aber die Überstaatlichkeit ist im Vormarsch und nirgends mehr als hier in Europa. Dass dieser Kontinent die Ehre hat, die Spielwiese für Ideen zu sein, die selbst die Phantasie von Anarchisten erblassen lassen würden, hat viel mit vergangenem Leid zu tun, mit Kriegen, deren Verheerungen einzigartig waren, mit Verlust von Kolonien und Machtverlust in der Welt. Man hat den Gedanken der gegenseitigen Neutralisierung durch Allianzen, der seit jeher den Kontinent beherrschte, auf eine neue Ebene gestellt, indem man das Interesse der Einzelnen in überstaatliche Institutonen sperrte. Anstatt auf die Kräfte der Neutralisierung zu vertrauen, die der Konkurrenz der europäischen Staaten zueinander seit jeher das Korrektiv gaben, um die Vormachtstellung in der Welt zu begründen, hat man sie per Handstrich beseitigt und die Staaten durch Vertrag zur Konformität gezwungen. Man hat, mit anderen Worten, das natürwüchsige Spiel der Konkurrenz durch einen gemeinsamen Willensakt abgeschafft und in einen Vertrag gegossen, ohne sehen zu wollen, dass Naturkräfte sich nicht vertraglich beseitigen lassen. So erntet man die Rückkehr des staatlichen Interesses genau in dem Moment, wo die Krise auf dem Kontinent sich entfaltet.

    Lachhaft ist es, wenn die so Zusammengesperrten sich als Europäer sehen und das hohe Lied des Friedens singen. Ganz abgesehen davon, dass in der momentanen Verfassung kein einziger europäischer Staat zu einem Krieg in der Lage wäre, ist es auch anmassend und dumm, durch Vertrag allen weiteren Generationen das Recht zum Krieg absprechen zu wollen. Es spiegelt sich hier die Hybris einer Friedensbewegung, die tatsächlich glaubt, nicht nur über ihr eigenes Dasein sondern das von Generationen entscheiden zu können. Der europäische Krieg war, ob man es will oder nicht, über Jahrhunderte der Motor der Zivilisierung, auch wenn man diese Gräuel anders bezeichnen könnte. Ihn eliminieren zu wollen, heisst nichts anderes: als Europa zum Randgebiet der Zivilisation zu erklären. Man schrumpft sich klein, indem man sich die Wünsche und Phantasien einer Friedenswelt hochmalt. Nichts schlimmer, als wenn sich nach Jahrzehnten des Friedensprojektes herausstellen sollte, dass das Wegphantasieren des Krieges eine Einbildung war. Dann werden die zukünftigen Europäer nicht nur an dem Krieg zu leiden haben, der sie so unerwartet trifft, sondern auch an ihrer Zwergwüchsigkeit, die ihnen das Friedensprojekt beschert hat. Man erkennt daran gut, welch merkwürdiges Gemisch an Illusion und Dekadenz das Vertragswerk darstellt, das die einzelnen Menschen zu Europäer machen soll.

    Um Europäer zu werden, bedarf es ganz anderer Qualitäten als das Zusammengesperrt-Werden in einem Vertrag, es bedarf der bewussten Abkehr vom staatlichen Gedanken, was der überstaatliche Vertrag eben nicht ist. Dort werden die nationalen Interessen nicht eliminiert, sondern in einer Art „Frankenstein`schen Labor“ zu einem synthetischen Gesamtinteresse verarbeitet, sodass das so geborene Europäische mehr und verlogenere Staatlichkeit besitzt als das Interesse der Einzelstaaten. Kein Tag vergeht, an dem man die Absurdität dieses Gesamtinteresses nicht bestaunen darf: Die überstaatlichen Institutionen plustern sich auf zu bürokratischen Ungeheuern wie es ein einzelner Staat für sich niemals wagen würde. Wenn man zu so grossen Taten wie der Synthetisierung des Gesamtinteresses sich in der Lage wähnt, kann es einem leicht passieren, dass die Grossmachtsphantasien mit einem durchgehen. Begleitet wird diese Untat von den Friedensklängen des europäischen Konzerts, das liberale, sozialistische und bourgeoise Töne wie in einer Sinfonie durcheinandermischt. Tagtäglich darf man sich erklären lassen, dass man nicht nur frei ist und in Frieden lebt, sondern auch in Wohlstand. Nur dumm, dass diese Behauptungen von dem Ungeheuer Überstaatlichkeit herausposaunt werden, während die Menschen, die zum Europäer erklärt werden, sich mehr und mehr alleine und ohnmächtig fühlen.

    Das Bürgerliche hat sich immer nur an den Polen „Bourgeois“ und „Citoyen“ zu entfalten gewusst: der eine stand für den Weltbürger, der andere für den Stadtbürger, der eine für den Weltmarkt und den weiten Raum, der andere für Staatlichkeit und Engstirnigkeit. In Retrospektive betrachtet, hatte der „Bourgeois“, auch wenn viele es sich wünschten, niemals eine Chance gegen den „Citoyen“ zu bestehen, nicht unter dem Genie Napoleons, auch nicht in den Grossmachtsphantasien viel kleinerer Geister, die Europa verheerten. Man sollte daher nicht erwarten, dass das europäische Projekt tatsächlich ein bourgeoises wird, vielmehr, dass es sich nur in bourgeoisen Tönen kleidet, während der „Citoyen“ die Oberhand behält. Man kann das heute schon beobachten, wenn im Zuge der Krise die Synthetisierung des Gesamtinteresses mehr und mehr zum Interesse Deutschlands wird. Man predigt Bourgeoise und erntet doch nur Engstirnigkeit. Was ich mir daher wünsche, ist: die Rückkehr zur Vernunft, zu einem wirklich bourgeoisen Interesse, wo die Staatlichkeit wieder die von Einzelnen wird, ohne das gewonnene Terrain von Offenheit und Liberalität aufgeben zu müssen. Europa kann nur in Form von Einzelstaaten mit eigener Souveränität gedeihen, die in schwierigen Zeiten zueinander stehen, sich aber die Freiheit der staatlichen Gestaltung nicht nehmen. Sonst wird man eines Tages nicht nur den Frieden verlieren, von dem man behauptet, dass er existiert, sondern auch das Grössere, auf dem alles fusst: die Demokratie.

    Alfred Felsberger

  6. Wie man weiss, sind Wünsche im Leben nicht dazu da, um erfüllt zu werden. Viel wahrscheinlicher als die Rückkehr zur Souveränität der europäischen Staaten ist daher ein weiteres Aufplustern des synthetisch-europäischen Gesamtinteressess, das von Tag zu Tag mehr zum Interesse Deutschlands wird. Man kann hoffen durch innereuropäische Migration den Bedeutungsverlust der übrigen Staaten abzufedern, man sollte aber nicht darauf hoffen, dass es diesen Staaten gelingen könnte ihrer Bevölkerung das so formulierte Gesamtinteresse als ihr Interesse zu verkaufen. Frustration und Überalterung wird Hand in Hand in den peripheren Staaten gedeihen ohne Aussicht auf Besserung. Es werden viele chauvinstische Töne in Europa zu hören sein, in den Zentren genauso wie in der Peripherie. Und überall wird sich das Gefühl des Verlusts der Demokratie breitmachen, nur im glücklichen Deutschland nicht. Das spezifisch deutsche Verständnis der Welt wird kein Pardon kennen mit dem Empfinden der Peripherie: Man wird auf dem demokratisch ausgehandelten Kompromiss beharren obwohl er offensichtlich Ergebnis eines synthetisch-europäischen Bürokratieapparats ist, der von den Interessen Deutschlands dominiert wird. Andererseits wird Deutschland auch keinen Willen zeigen seine eigene Staatlichkeit zurückzustellen, um den Weg zu einem europäischen Staat freizumachen, dies um so mehr als man in diesem Salat ja gut gedeiht. So stehen uns harte Zeiten bevor, ein nimmerendendes Interregnum sozusagen, aus dem Tag für Tag das Murmeltier grüsst. Wir werden auf eine Reise mitgenommen, die Marx mal als Farce bezeichnete, als Wiederaufführung alter historischer Gegebenheiten: Das mächtige Deutschland, die schwache Peripherie. Es wird, wie Marx sehr wohl wusste, keine lustige Reise werden, weil der deutsche Geist in Theateraufführungen keinen Humor kennt.

    Alfred Felsberger

  7. Sich für andere zum Massstab zu erklären, ist niemals eine gute Idee, am wenigsten dann, wenn man Deutschland heisst. Man würde sich wünschen, wenn man das selbstgefällige Geplapperwerk deutscher Politiker hört, dass eine europäische Institution zur Tat schreitet und von heute auf morgen ein Sparprogramm über Deutschland verhängt, das nicht nur Pensionen sondern auch Beamtengehälter um 30% kürzt wie in anderen Staaten geschehen. Dann könnte es den Deutschen vielleicht zu Bewusstsein kommen, dass das, was sich hier in Europa als Demokratie verkauft, nichts weiter als zynische Dikatatur eines bürokratischen Apparats ist. Aber es wird nicht passieren, Gottseidank nicht, und das Land darf sich weiter in seinem europäischen Demokratieverständnis sonnen, das nur seine Position sieht und niemals die der anderen. Niemand verlangt Nachsicht oder Hilfe, sondern bloss, dass man sich aus diesem Projekt zurückzieht. Stattdessen wir unter der Fanfare „Europa“ der Traum immer grösser gesponnen, sich immer Mut gemacht, auf den Weg in den Wahnsinn. Nirgends ein Politiker, auch nicht der Opposition, der dieses Friedensprojekt in Frage stellt, überall – bestenfalls – die Suche nach Auswegen und Hilfen, die es nicht gibt. Man schwingt sich auf zum edlen Spender, der man in keinem Moment ist. Niemals wurde eine Lüge mit solcher Präzision und Selbsttäuschung gesponnen, dass sie nicht eines Tages zerplatzte. Dem deutschen Geist ist sogar das zuzutrauen: dass er sich über Naturmächte hinwegsetzt wie in der Philosphie oft geschehen. Man kann nur hoffen, dass es ihm dieses Mal nicht gelingt.

    Alfred Felsberger

    • Es kommt darauf an, ob die Bevölkerung oder ein Teil der Bevölkerung will, dass die Beamtengehälter gekürzt werden. In Deutschland sind Beamtengehälter und Renten aber so niedrig, dass man die eh nicht mehr kürzen kann, also wird dies auch nicht passieren.
      Ich trete eher für die Erhöhung der kleinen Renten in Deutschland ein🙂

      Wenn ich mir die Lohnentwicklung der realen privaten Wirtschaft in Österreich ansehe im Vergleich zur Entwicklung der Beamtengehälter und Pensionen, dann wünsche ich mir sehnsüchtig, dass der österreichische Staat diese um 30% kürzt oder eine Troika dies anordnet. Aber leider wird das trotz Druck der eigenen Bevölkerung nie passieren!
      (In Österreich verdienen die 9.600 besten Beamtenpensionisten 17.800€ leistungslose Rente im Monat und das ist von der Gesamtkosten her mehr als Österreichs Polizei inklusive Kasernen, Fahrzeuge, Dienststellen, Funk, Ausrüstung kosten. Aber dieses Problem in Österreich kannte bereits Franz Kafka und er reflektierte es in seinen Novellen. Daher ist die Chance auf rasche Änderung sehr gering, denn Kafka lebte um 1900.)

      Aber, ich habe hier einen wunderschöne universitäre Arbeit aus dem Jahr 1972 gefunden: http://www.princeton.edu/~erp/ERParchives/archivepdfs/M134.pdf

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  10. >In Deutschland sind Beamtengehälter und Renten aber so niedrig, dass man die eh nicht mehr kürzen kann, also wird dies auch nicht passieren.> Ihren Optimismus in Ehren, Herr Elsigan. Die deutschen Unternehmen segeln schon lange auf Entschuldungskurs, der deutsche Staat wird demnächst auch diesen Kurs einschlagen. Was, wenn der deutsche Exportmotor mit der nächsten Auslands-Schulden-Krise konfrontiert wird? Dann tritt GB-Geld-Vernichtung im grossen Stil ein, und dann heisst`s für alle bekanntlich: den Gürtel enger schnallen.-) Besonders für den „kleinen Mann“.

    Alfred Felsberger

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