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Stufen von Geldsystemen – ein Kurzdurchlauf

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EINS

Ein einstufiges Geldsystem ist dadurch gekennzeichnet, daß Zahlungen mit Werten erfolgen. Prototypisch steht dafür die Goldwährung. Gold dient dazu, die Tauschrelationen abzubilden, d.h. der “unsichtbaren Hand” einen gegenständlichen Ausdruck zu geben.

Die Quantitätstheorie ist denn auch eine Theorie des Tauschmittels. Daher muß Geld (=Gold) von der Zentralbank im Notfall exogen bereitgestellt werden. Seither laborieren Zentralbanken an dem Glauben herum, sie seien für die Entwicklung des Geldwertes verantwortlich.

Eigentlich ist in einem einstufigen Geldsystem eine Zentralbank entbehrlich, denn sie erfüllt nur die Funktion bei dem Aufkommen von Vertrauenskrisen einzuspringen. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum die Zentralbanken auch heute noch als “lender of last resort” verstanden werden. Das bedeutet, daß eine Zentralbank letzten Endes die Funktion eines Wertspeichers erhält und wegen der Endlichkeit der Vorräte in dem Tauschmittel (Gold) illiquide werden kann!

ZWEI

Zweistufiges Bankensystem bedeutet, daß ausschließlich die Zentralbank, Zentralbankgeld emittieren darf (und zwar per Kredit) und somit die Geschäftsbanken ein Liquiditätsproblem haben. Das ist deswegen erforderlich, weil das Delegationsproblem zwischen Zentralbank und Geschäftsbank, gelöst werden muß, da eine Zentralbank nicht alleine die Qualität der Kreditvergabe des Geschäftsbankensystems kontrollieren kann. Daher unterliegen Geschäftsbanken einem Liquiditätsproblem, welches permanent gelöst werden muß, damit keine Exklusion vom Interbankenmarkt erfolgt, die unmittelbar die Gefahr einer Insolvenz aufgrund von Illiquidität nach sich zieht. Das Delegationsproblem zwischen ZB und GB kann also nur so gelöst werden, daß der Interbankengeldmarkt gewissermaßen zur Kontrollinstanz wird, die darüber entscheidet, ob das Geschäftsgebaren einer Bank den allgemeinen Bonitätserfordernissen entspricht oder nicht. Verschlechtert sich die Bonität einer Geschäftsbank, steigt deren Refinanzierungszins, ansonsten bleibt er gleich, was den Effekt hat, daß bei einem ausgeglichenem Liquiditätssaldo zwischen bonitätsmäßig gleichen Banken der Refinanzierungszins zu einem durchlaufenden Posten der bankinternen Kalkulation wird. Heißt: das Kontrollproblem der Zentralbank hinsichtlich der Bonität der Kreditforderungen der Geschäftsbanken wird auf die Ebene des Interbankengeldmarktes verlagert!

Nur die Zentralbank darf den Zahlungsmittelstandard emittieren. Das bedeutet, daß die Geschäftsbanken von sich aus zu einer zentralbankgeldsparenden Operationsweise übergehen. Damit ist nicht die Werteinlage des Publikums bei der Bank der Ursprung für den Umfang des Kreditvolumens, sondern die Möglichkeit der Banken Zentralbankgeldabflüsse durch Kreditaufnahme bei der Zentralbank zu kompensieren. Denn Geschäftsbanken werden aus Kostengründen versuchen, ihren Zentralbankgeldbedarf möglichst gering zu halten.

Das führt zu der geldtheoretischen Erkenntnis, daß die primäre Funktion von Zentralbankgeld im Zusammenspiel von Zentralbank und Geschäftsbanken die Nivellierung von Bonitätsnormen ist und nicht, wie es eine Nutzen- und Produktivitätstheorie will, die Erleichterung eines Tausches von Gütern. Letzteres kann zwar durchaus mal passieren. Jedoch reflektiert die emotionale Unmittelbarkeit des Austausches von Ware gegen Geld nicht die wesentliche Funktion des Geldes im Liquiditätsausgleich des Interbankenmarktes gewissermaßen zum Lackmustest dafür zu dienen, inwieweit die Kreditvergabepolitik der einzelnen Bank den allgemeinen Anforderungen an die Bonitätsnormen entspricht.

DREI

Das Grundproblem zwischen EZB und NZBen ist wie vorher, daß die zentrale Währungsbehörde (EZB) nicht alleine in der Lage ist die Kontrollaufgaben hinsichtlich der Bonität der Kreditvergabepolitik von NZBen zu überwachen. Im Fall der EZB wird jedoch stets die Vorstellung verbreitet, daß das Verhältnis von EZB zu NZBen quasi so geartet sei, wie das Verhältnis der Bundesbank zu den ihr angeschlossenen Landeszentralbanken. Diese Ansicht gewinnt ihre Nahrung aus dem Umstand, daß die NZBen an sich “nur” die Beschlüsse des EZB-Rates umsetzen, ohne daß es dabei zu länderspezifischen Besonderheiten kommen würde. Diese Theorie hat jedoch einen empfindlichen Schönheitsfehler, der zum einen daraus bestand, daß die jeweiligen NZBen durchweg die Wertpapiere “ihres” Staates ohne Risikovorbehalte akzeptierten, obwohl die Bonitätskriterien für die jeweiligen Staatshaushalte diese Gleichbehandlung keineswegs nahelegen. Zum anderen ist ebenso unklar, inwieweit die NZBen die Anforderungen an die Bonität für rediskontfähige Wertpapiere in gleicher Weise behandeln. Man darf jedoch bezweifeln, daß das Rating (es geht hier nicht um die Spaßagenturen) der Portfolios der NZBen einem einheitlichen Standard entspricht.

Als Konsequenz dieses Kontrollproblems müßte das gleiche Prinzip auf der Ebene zwischen EZB und den NZBen existieren. Ein dreistufiges Bankensystem benötigt daher zwei Geldmedien. Das heißt, daß zwischen der EZB und den NZBen ein separates clearing-System existieren müßte, welches für die NZBen einen Zahlungsmittelstandard definiert, der von den NZBen nicht geschaffen werden kann. (Ich nenne diesen Zahlungsmittelstandard an dieser Stelle mal EUROR!) Die EZB emittiert demnach ein bestimmtes Volumen von EUROR, welches nach üblichen Auktionsverfahren auf die angeschlossenen NZBen aufgeteilt wird. Für die NZB ist das von ihr “ersteigerte” Volumen an EUROR die Bemessungsgrundlage für ihren Kreditvergabespielraum, der sie dazu befähigt an die an sie angeschlossenen Geschäftsbanken Kredite in EURO zu gewähren.

Das Prinzip des Liquiditätsausgleiches ist somit für die NZBen in EUROR dasselbe, wie zwischen Geschäftsbanken in Bezug auf EURO. Das bedeutet, daß eine NZB dafür Sorge tragen muß, daß durch EURO-Überweisungen des Publikums ins Ausland der von ihr verwaltete EUROR-Bestand nicht abschmilzt und sie daher genötigt wäre, eine restriktivere Kreditvergabepolitik zu etablieren. Das clearing zwischen den NZBen übernimmt dann die EZB, die sich erst in dieser Funktion tatsächlich als europäische Zentralbank etablieren würde! Warum? Weil die NZBen den InterNZB-Zahlungsmittelstandard EUROR nicht selbst schaffen können und sie bei der Kreditgewährung an die Geschäftsbanken an die Verfügung über EUROR gebunden bleiben.

NUN DIE TATSACHEN

Was haben wir stattdessen? Eine TARGET-Regelung, die jede NZB dazu zwingt, auf jede Überweisungsanforderung eine entsprechende Zentralbankgeldemission genehmigen zu müssen. Das heißt auf gut Deutsch, daß die überweisende NZB in ihrer Zahlungsfähigkeit gegenüber anderen NZBen nicht beschränkt ist, weil jede NZB den Zahlungsmittelstandard EURO selbst emittieren kann.

Und das ist für die Nachhaltigkeit eines Zahlungssystems der eigentliche Knackpunkt: da es nicht zu einem Zahlungsbegehren der “nördlichen” Zentralbanken kommen kann, weil eine Forderung gegen eine Zentralbank, die diesen Zahlungsmittelstandard emittiert, bereits Zentralbankgeld ist und auf der anderen Seite aber auch keine Liquiditätsrestriktion bei der “südlichen” Zentralbank existiert (die ELA-Fazilität ist der greifbarste Ausdruck dieser Unbeschränktheit), ist dieses Zahlungssystem tendenziell davon bedroht, aufgrund der im “Süden” nachlaufenden bzw. überbordenden Zentralbankgeldemission (Ponzi-Finanzierung)  in eine Bonitätskrise zu geraten. Letzteres äußert sich im relativen Preis zu Alternativwährungen, die eine höhere Geldvermögenssicherheit versprechen.

Wenn man so will, ersetzt der EUROR die Funktion des Goldes, indem er die Kreditschöpfungsmöglichkeit einer NZB steuert. Denn die Funktionsbedingungen eines Goldstandards laufen ja auch darauf hinaus, daß die Zentralbank, die einen Goldabfluß realisiert, die Zinsen bzw. die allgemeinen Bonitätsstandards anheben muß, um dem Goldabfluß entgegenzuwirken. Um diesen Mechanismus zu erhalten, ist jedoch die Verwendung von Gold entbehrlich, sondern nur die Durchsetzung des Prinzips, daß eine Nichtzentralbank den Zahlungsmittelstandard, in dem sie zahlen muß, nicht selbst schaffen kann, erforderlich.

Its that simple!

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Griechenland: Bonität, nicht Sozialhilfe

Die deutsche Griechenland-Debatte hat sich auf eine Trottelnummer festgelegt: die Griechen betrügen, ob bei der Frage der EURO-Beitrittskriterien oder bei der Durchführung von angekündigten Sparmaßnahmen. Damit wird der Eindruck erzeugt, daß Griechenland es willentlich darauf anlegt, die (vermeintliche!) EURO-Staatsschuldenkrise zu seinen Gunsten zu nutzen.

Doch so kann man das nicht sagen. Aber ein Aspekt ist richtig: daß nämlich in Griechenland – und in einigen anderen „Südländern“ auch – mit der Frage, wie mit der Bonität des Aktivportfolios der dortigen Banken umgegangen wird, andere Kriterien gelten als in Deutschland. Und genau diese Frage macht den Unterschied aus, wenn man diskutieren will, warum die Situation in diesem Europa so ist wie sie ist. Denn wie man aus der „Daneia-Parabel“ von W. Stützel wissen könnte, ist die Frage des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts davon abhängig, daß – zwischen Banken – der Liquiditätsausgleich eine Frage der Abtretbarkeit der Forderungen ist. Salopp gesagt hätten die griechischen Banken keine Liquiditätsprobleme, wenn sie als collateral für Zentralbankgeld den deutschen Banken Wertpapiere des griechischen Staates einreichen könnten. Oder Anleihen griechischer Unternehmen etc.

Daß das griechische Bankensystem im EURO-Verkehr praktisch illiquide ist liegt daran, daß grob gesagt die Usancen der griechischen Banken, was das Eintreiben von Außenständen angeht, nicht so funktioniert, wie in Deutschland. DESWEGEN sind sie illiquide und nicht, weil es in Griechenland nichts zu verdienen gibt. Denn eine Grundregel der Bankwirtschaft lautet, daß ein Liquiditätsbedarf stets dadurch gedeckt sein muß, daß man irgendeiner anderen Bank interbankenfähige Forderungen übertragen kann. Wer das nicht kann, fliegt aus dem Geschäft!

Was man noch aus der „Stützel-Parabel“ lernen könnte ist, daß auch eine wirtschaftlich „schwache“ Region die Bonitätskriterien, welche allgemein gelten, einhalten kann. Das hat dann was damit zu tun, daß dort kleinere Brötchen gebacken werden, als in einem Bankenbereich, der in einer Region mit bonitätsmäßig guten Unternehmen angesiedelt ist. Diese Geschichte wird immer durch eine Sozialphilosopie überdeckt, die meint, daß es überall die gleichen Lebensverhältnisse geben müsse. Das Deutschland-Problem, daß das so quasi grundgesetzlich verankert ist heißt auf der anderen Seite nicht, daß das auch im europäischen Maßstab funktioniert. Das geht deswegen nicht, weil die Erfahrungen der deutschen ökonomischen Zuschußphilosophie aka Solidaritätsbeitrag gezeigt haben, daß Finanzhilfen gerade das verhindern, was eigentlich erreicht werden soll. Das heißt auch, daß der vielgepriesene Marshall-Plan zum Glück NICHT gegriffen hat (die Marshall-Plan Mittel mußten mit viel Mühe seitens der Politik „untergebracht“ werden, damit sich die Amis damit nicht blamieren) und deswegen, bzw. in der Hauptsache aufgrund der Politik der deutschen Bundesbank, das deutsche „Entwicklungswunder“ überhaupt eine Chance hatte sich zu entfalten! Denn: es gab kein deutsches Wirtschaftswunder, es gab nur falsche Prognosen (Stützel)!

Aus diesen Gründen schießen sich die Griechen selbst ins Knie, weil die Abweichung von den eigentlich europaweit geltenden Bonitätskriterien für sie – zumindest zur Zeit – keine Bedeutung hat. Woher sollen sie das auch wissen, wenn der lokale Bankdirektor seinem Schwager/ Bruder/ Enkel bei der Ansage, daß ein Kredit nicht bedient werden kann nicht den Kredit sperrt, sondern fragt, wieviele Millionen es noch sein dürfen. Da liegt der Hase im Pfeffer und zwar deswegen, weil man so die eigene Bonität untergräbt, die für ein Verbleiben im Interbankenliquiditätsausgleich unbedingt erforderlich ist. Daß inzwischen die griechische Zentralbank dieses Scheißspiel mitmacht – die EZB ja auch, indem sie eine Freigabe sprich Aufweichung der Kriterien für zentralbankfähige Wertpapiere akzeptiert hat – bedeutet aber nur, daß die Bankenbonität in Griechenland weiter untergraben wird.

Wie bekommt man die Griechen wieder zurück? Ganz einfach: das EZB-System muß die ELA-Fazilität für Griechenland aufheben und die Kreditvergabekriterien auf ein höheres Bonitätsniveau schrauben, damit Griechenland – zwangsweise – seine ökonomischen Probleme lösen muß. Klingt komisch, ist aber so. Wer Altmeister Bagehot noch kennt wird wissen, daß man Bankenkrisen mit einem offenen Diskontfenster begegnen muß – aber mit fast prohibitiven Zinsen, sprich höheren Bonitätsanforderungen! DAS ist Ökonomie, alles andere hat nur was mit falschverstandener Sozialhilfe zu tun!

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Die Wunder geldpolitischer Hierarchien

Irgendwie sieht es so aus, als wenn das Thema Zentralbank doch zum Nachdenken anregt. Dann kann ich ja mal darüber plaudern, was es mit dem Begriff des zweistufigen Banksystems auf sich hat! Achtung, es gibt keine Einleitung!

Zweistufiges Bankensystem bedeutet, daß die Primärbank, sprich die Zentralbank, Zentralbankgeld emittiert (und zwar per Kredit) DAMIT die Sekundärbanken, sprich die Geschäftsbanken ein Liquiditätsproblem haben. Das ist deswegen erforderlich, weil das Delegationsproblem zwischen Zentralbank und Geschäftsbank, was darin besteht, daß eine Zentralbank die Geschäftsbeziehungen einer Geschäftsbank nur rudimentär kontrollieren kann, dahingehend gelöst werden muß, daß die Primärbank ein Kontrollregime erzeugt, was dazu führt, daß die allgemeinen Normen der Kreditvergabe dem vorgegebenen Standard entsprechen. Das ihr zur Verfügung stehende Mittel besteht daraus, daß das von ihr zur Verfügung gestellte Zahlungsmittel der Standard ist, den die ihr angeschlossenen Geschäftsbank eben NICHT emittieren können und deswegen die banktechnischen Bewirtschaftungsüblichkeiten des Zentralbankgeldes dazu führen, daß die – hoffentlich – vorgegebenen Ziele der Zentralbank erreicht werden.

Heißt: Geschäftsbanken ökonomisieren Zentralbankgeld, können es aber nicht selbst schaffen. (Ja, das steht scheinbar im Gegensatz zu der weitläufig kolportierten Vorstellung, daß Geschäftsbanken „Geld“ schaffen können – nur eben kein Zentralbankgeld.) Das hat zur Folge, daß Geschäftsbanken einem Liquiditätsproblem unterliegen, welches permanent gelöst werden muß, damit keine Exklusion vom Interbankenmarkt, also eine Pleite aufgrund von Illiquidität erfolgt. Das Delegationsproblem zwischen ZB und GB kann also nur so gelöst werden, daß der Interbankengeldmarkt zur Kontrollinstanz wird, die darüber entscheidet, ob das Geschäftsgebaren einer Bank den allgemeinen Bonitätserfordernissen entspricht oder nicht. Verschlechtert sich die Bonität einer Geschäftsbank, steigt deren Refinanzierungszins, ansonsten bleibt er gleich, was den Effekt hat, daß bei einem gleichmäßigen Liquiditätsausgleich zwischen bonitätsmäßig gleichen Banken der Refinanzierungszins zu einem durchlaufenden Posten der bankinternen Kalkulation wird. Heißt: das Kontrollproblem der Zentralbank hinsichtlich der Bonität der Kreditforderungen der Geschäftsbanken wird auf die Ebene des Interbankengeldmarktes verlagert!

Das gleiche Prinzip müßte – denn irgendwie scheinen sich die Politikparameter der 17 EURO-Zentralbanken denn doch erheblich zu unterscheiden – auf der Ebene zwischen EZB und den NZBen existieren, wenn man von der EZB dasselbe erwarten würde, was z.B. die Bundesbank hinsichtlich der Bonitätskriterien für die ihr angeschlossenen Geschäftsbanken erzeugt hat. (Ein solches Geldregime wäre dann dreistufig.) Das würde bedeuten, daß die EZB darauf hinwirken könnte, daß sich im InterNZBengeldmarkt (ja ich weiß, ein scheußliches Wort) der Liquiditätsausgleich auch nach Maßgabe der Einschätzungen der Bonitäten der jeweiligen NZBen zwischen den betroffenen NZBen regelt, d.h. daß die Frage der Kreditvergabe einer NZB gegenüber einer anderen NZB sich danach bemißt, ob die Bonität des Bankensystem welches der NZB angeschlossen ist, als dem allgemeinen Standard entsprechend eingeschätzt wird oder nicht. Was haben wir stattdessen? Eine Hilflosigkeitserklärung der EZB, die es jeder NZB erlaubt, die Bonitätskriterien für die Einreichung von ‚collaterals‘ selbst zu bestimmen. So etwas hätte es mit der Bundesbank nie gegeben!

Kleiner Exkurs:
Die TARGET-Regeln, die jede NZB quasi dazu ZWINGT, auf jede „Überweisung“ einer NZB eine entsprechende Zentralbankgeldausgabe (ohne Liquiditätsempfang – das ist so!) zu gewähren, erzeugen in dem betreffenden Emissionsland einen unnützen Liquiditätspool, der sich lediglich in überflüssigen Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken niederschlägt. Heißt auf gut Deutsch, daß die „empfangende“ NZB (es wird ja dabei kein Zentralbankgeld übertragen) – möglicherweise entgegen ihrer eigenen Bonitätspolitik – eine Zentralbankgeldausweitung zulassen muß, die von ihr nicht kontrolliert werden kann. Das führt zu einer gröblichen Aushebelung des Prinzips, daß eine Geschäftsbank, die nur die VERWALTUNG von Liquidität zu besorgen hat und sich nie darauf verlassen können darf, daß jegliches Liquiditätsbegehren sofort alimentiert wird, auf ein Liquiditätspolster stützen kann, welches nach Maßgabe der nationalen Bonitätspolitik möglicherweise als nicht angemessen angesehen wird. Das heißt konkret: die Bundesbank ist kaum noch in der Lage, die von ihr erwarteten Bonitätsnormen der Kreditvergabe der Geschäftsbanken zu kontrollieren. (Der Grund, warum das anscheinend in Deutschland doch funktioniert, muß in spezifischen Verfahrensüblichkeiten der deutschen Bankenlandschaft gesucht werden. Mal sehen.)
Exkurs Ende

Die Gewährung der Möglichkeit an die NZBen durch die EZB, die ‚collaterals‘ selbst zu bestimmen bedeutet letzten Endes jedoch, daß es so etwas wie eine Zentralbank im Sinne der Deutschen Bundesbank in Europa mit der Scheinkoryphäe einer EZB überhaupt nicht gibt. Denn bis heute werden über 90% aller Geldemissionsgeschäfte in EURO-Land immer noch von den NZBen getätigt! Das Schlimmste dabei ist, daß jede NZB ihre eigenen Bonitätskriterien anlegen darf und damit das Grundprinzip, daß Geschäftsbeziehungen zwischen Partnern auf verläßlichen Kriterien beruhen müssen, mit aller Seelenruhe ausgehebelt wird, bzw. in jedem EURO-Land unterschiedliche Standards für ‚collaterals‘ existieren.

Das einzige Zucken, wo die EZB überhaupt ökonomisch fühlbar ist, sind die Anleihenkäufe von Pleitekandidaten, was auch postwendend dazu geführt hat, daß sie dafür kritisiert wurde – zu Recht. Letzteres allerdings nicht deswegen, weil sie damit irgendwelche europäischen Verträge gebrochen hätte, das scheint ja mittlerweile Usus zu sein, sondern weil sie sich als Joker positioniert, um der virulenten Frage: ist denn die eine NZB gegenüber der anderen überhaupt noch zahlungsfähig, einen Nebelschleier überzustülpen. Denn die EZB hat eins kapiert: in der Rolle einer clearing-Stelle kann man durchaus MACHT ausüben – etwas was die EZB bisher an die BIS, auch im EURO-Kontext, abtreten mußte. Insofern muß man nicht so erstaunt sein, wenn die EZB die Schieflagen von TARGET und ELA Salden als Anlaß dazu nimmt, um sich selbst als wesentlichen Faktor neben der BIS ÜBERHAUPT mal ins Gespräch zu bringen. Denn für die EZB hat sich doch bis auf die 99%-Kommentatoren niemand jemals interessiert! Nicht mal die Frisur von Trichet war Gesprächsthema, wo jedes Outfit von DSDS-Groupies wichtiger war!

Das Problem ist: der Aufkauf von „Schrottanleihen“ gibt der EZB ERSTMALS überhaupt eine Aufgabe! Vorher hatte sie keine – es sei denn man sieht eine Aufgabe darin, irgendwelche kryptischen Sprüche abzusondern, welche die vereinigten Glaskugelputzer dann für ihre Prekärleserschaft häppchengerecht aufbereiten. Das bedeutet leider nach allem was man über Institutionen weiß, daß sie sich mit aller Macht daran klammern wird, um ihre eigene Existenz begründen zu können, obwohl sie eigentlich redundant ist. Für alle, die es immer noch nicht begreifen wollen: man hätte das EURO-System auch ohne den Popanz EZB installieren können! Ob die EZB irgendwann mal zu einer ernstzunehmenden Institution wird, wird wohl die Bundesbank entscheiden, ob es einem gefällt oder nicht!

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Warum Zentralbanken Zentralbanken sind

Die nachfolgenden Absätze sollten eigentlich ein Kommentar zu einem Blogeintrag des Handelsblogs sein. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund, wollte die Blogsoftware den Kommentar nicht verarbeiten. Ist auch egal, schließlich bezieht sich dieser Kommentar auf ein Diskussionspapier von Peter Burgold und Sebastian Voll.

Et voilá:

„Durch die Übertragung eines Zentralbankguthabens entsteht für die beauftragende NZB keine Zahlungsverpflichtung.“ (S. 9)

und

„…während andere darauf verweisen, dass das Geld aus den Peripherieländern stammt.
Letzteres ist offensichtlich korrekt.“ (S. 12)

und dann auch noch:

„Paradoxerweise könnte hier also eine „Tilgung“ mittels gesetzlichen Zahlungsmittels nur stattfinden, indem der Gläubiger (hier: die Überweisungen empfangende NZB) dem Schuldner (hier: die Überweisungen beauftragende NZB) Geld übergibt.“ (S. 9)

Irgendwie kann hier etwas nicht stimmen. Der Fehler liegt wohl wieder mal darin, daß den Autoren irgendwo die Fehlvorstellung von der „bargeldlosen Zahlung“ in die Quere gekommen ist. Denn wenn die Peripherie-NZB einen Auftrag hat Zentralbankgeld an eine Zentrum-NZB zu zahlen, dann müßte sie eigentlich zahlen, sprich Zentralbankgeld übergeben – im wörtlichen Sinne! Insofern stimmt zwar der Verweis, daß das Zentralbankgeld aus den P-Ländern stammt. Der Punkt ist jedoch: die P-NZB gibt zwar eine Anweisung über einen Anspruch auf Zentralbankgeld an die Z-NZB weiter und und beide verbuchen das, ohne daß jemals gezahlt wird. Weswegen die P-NZB aber keine Zahlungsverpflichtung hat, bzw. darauf verzichtet werden kann, ist doch der ganze Witz an der Sache. DAS hätten die Autoren mal erklären sollen!

Der Grund, daß man auf die Übergabe des Zentralbankgeldes aber tatsächlich verzichtet, ist, daß eine Zentralbank gedanklich über einen nicht beschränkten Bestand an Zentralbankgeld verfügt und es DESWEGEN entbehrlich ist einen Zentralbankgeldausgleich zu machen, da eine nicht beschränkte (oder unendliche) Menge von Zentralbankgeld durch eine Zahlung von einer Zentralbank, die ebenso über einen unendlichen Bestand an Zentralbankgeld verfügt, nicht vergrößert werden kann. Die Empfänger-NZB wird dadurch weder reicher noch ärmer, ebenso wie die Sender-NZB nicht ärmer oder reicher wird. Oder anders gesagt: weil eine Forderung gegen eine Zentralbank schon Zentralbankgeld IST, kann man auf die tatsächliche Zahlung verzichten. Noch anders: das Verbringen von ZBG von einer P-NZB zu einer Z-NZB erzeugt nur eins: Kosten! Woran liegt das alles letztlich? Weil Zentralbankgeld für eine Zentralbank keinen Wert darstellt! (Schöner Gruß an den gesunden Menschenverstand – der hat hier aber gerade nichts zu suchen!)

Daher ist auch eine Verringerung der TARGET-Salden davon abhängig, ob die Besitzer von Sichtforderungen gegen deutsche Banken ihre Vermögens-Konten wieder in der Peripherie halten und damit ihre Guthaben statt im Zentrum wieder in die Peripherie verlagern. Die Übertragung von Zentrum zu Peripherie erfolgt – wie im umgekehrten Fall – ebenso ohne Übertragung von Zentralbankgeld, wozu auch, wenn ein paar Buchungssätze reichen! Die Voraussetzung dafür wäre, daß die Peripherie-Banken ihre verlorengegangene Bonität wiederherstellen, um so für Vermögensanleger wieder interessant zu sein. Denn das – die verlorengegangene Bonität – ist der eigentliche Grund dafür, daß es überhaupt zu diesen TARGET-Salden gekommen ist – ein Aspekt, der bei den Autoren immerhin einmal in einem Nebensatz erwähnt wird.

„Die Existenz der TARGET2-Salden liegt allein in der Konstruktion der Europäischen Währungsunion begründet.“ (Zit. Paper S. 8) So ist es. Und das liegt in a nutshell daran, daß wir es mit 17 NZBen zu tun haben und die EZB noch nicht mal eine ordentliche Clearingstelle ist – weil zwischen Zentralbanken, die dasselbe Zentralbankgeld emittieren, kein Clearing erforderlich ist. Its that simple!

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Bonität: die leitende gesellschaftliche Differenzierungsnorm

Gold war eigentlich immer nur der Standard für Verpflichtungsrelationen. Der Irrtum der Zahlungsmitteltheoretiker besteht darin nicht zu sehen, daß es dabei eine spezifische Funktionalität gibt. Gold war stets nur der Begrenzungsrahmen für Kredit, aber nicht das eigentliche Zahlungsobjekt. Anders gesagt: der ‘standard of account’ war immer nur dann Zahlungsobjekt, wenn in die Kreditbeziehungen das Mißtrauen eingekehrt war.

Auch die Zigarettenwährung war nur im Sinne des ‘standard of account’ gültig. Das schließt nicht aus, daß manchmal auch damit gezahlt wurde. Der kolportierte Glaube daran, daß Zigaretten tatsächlich stets “die Hände gewechselt” haben, ist dem 200jährigen Irrtum der Quantitätstheorie anzulasten. Denn die nimmt ja nur die Phänomenologie für den eigentlichen Mechanismus, der in der Etablierung von Verpflichtungsrelationen besteht.

So gesehen müßte der Liquiditätsausgleich in der EURO-Zone im Inter-NZBen-Markt in einem Standard erfolgen, der von den NZBen nicht geschaffen werden kann. Das scheint mir das Prinzip bei dem Liquiditätsausgleich der US-Zentralbanken zu sein. Nur: so gesehen ist eine Zahlung im ‘standard of account’ eigentlich eine ‘contradictio in adjecto’. Deswegen ist auch Bargeld als Zahlungsmittel ein Anachronismus. In einer Goldwährung muß i.d.R. genausowenig mit Gold gezahlt werden, wie in einem Zentralbankgeld. Deswegen heißt es ja auch Zentralbankgeld und ist im Grunde genommen nur für den Liquiditätsausgleich zwischen Geschäftsbanken vorgesehen, womit das Liquiditätsproblem als Bonitätsproblem konstituiert wird. Denn Zahlungen erfolgen im Kreditgeldkapitalismus stets mit Hilfe von Forderungen auf den ‘standard of account’. Das liegt daran, daß Kreditwürdigkeit, also Bonität, die leitende gesellschaftliche Differenzierungsnorm ist.

Das kann man allerdings nicht verstehen, wenn man die Quantitätstheorie als Erklärungsmuster im Hinterkopf hat. Denn die versucht ja das, was aus Verpflichtungsrelationen entsteht daran zu binden, was REAL passiert. Das kann natürlich Rückwirkungen haben, ist jedoch deswegen nicht entscheidend, weil der Kreditgeldkapitalismus als funktionelle Leitlinie die Bedienung (und nicht wie fälschlicherweise immer wieder kolportiert wird die Rückzahlung) von Forderungen aufweist.

Der landläufige Irrtum dabei besteht darin zu glauben, daß es realwirtschaftliche Prozesse sind, welche die Bonität garantieren. Das Beispiel der USA sollte jedem zeigen, daß es überhaupt nicht darum geht, wie eine Geldforderung bedient wird, sondern nur, daß sie bedient wird. Auf gut Deutsch: keine Sau der Welt interessiert sich dafür, ob die USA das Geld, was sie für die Bedienung ihrer Schulden zahlen auch realwirtschaftlich verdienen! Es reicht, wenn sie zahlen. Und wenn gezahlt wird, geben die Gläubiger das Geld auch brav wieder als nächsten ‚roll-over‘-Kredit zurück.

Die Nummer ließe sich in EURO-Land genauso durchziehen. Wenn Finanzinstitute bezahlt werden wollen, dann sollte man einfachheitshalber zahlen. Wo ist das Problem? Bei einem Schuldner der zahlen kann, will kein Gläubiger sein Geld zurück! Sonst müßte er sich ja einen neuen Schuldner suchen, der die erforderliche Bonität aufweist. Nur darum gehts. Wen interessieren da schon Produktivitäten oder Leistungsbilanzsalden?

Ein Kommentar

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TARGET richtig verstanden

Vielleicht muß man das mal richtig plakativ ausdrücken:

TARGET-Salden haben mit dem was normalerweise unter Forderungen und Verbindlichkeiten verstanden wird NICHTS ZU TUN! TARGET-Salden sind Verrechnungsgrößen zwischen Zentralbanken! Wie jeder wissen könnte sind Forderungen gegen eine Zentralbank, die sich auf das Zentralbankgeld beziehen, welches diese selbst emittieren kann genau das: nämlich Zentralbankgeld. Woran liegt das? Das liegt daran, daß für eine Zentralbank das Zentralbankgeld

KEINEN WERT

darstellt! Was bedeutet das? Das bedeutet, daß eine TARGET-Forderung der Bundesbank gegen irgendeine andere Nationale Zentralbank des EURO-Raumes letztlich nur einen Merkposten darüber darstellt, WO das von der Bundesbank (evtl. nur temporär) emittierte Zentralbankgeld ursprünglich herstammt. Diesen Merkposten TARGET-Saldo als ausstehende Forderung zu interpretieren ist genauso falsch, wie der oft kolportierte Anfängerirrtum, Banknoten deswegen als Forderungen aufzufassen, weil der Gegenposten Zentralbankgeld auf der Passivseite jeder Zentralbank aufgeführt wird. Aus diesem Grund ist es auch sachlich unangemessen aus der Zu- oder Abnahme der TARGET-Salden zu schlußfolgern, daß damit eine Ab- oder Zunahme des Export-/Importsaldos einhergehen müsse.

Diese Geschichte weist zwei Aspekte auf: zum einen hat natürlich jede Güter- und Dienstleistungslieferung ihre Entsprechung in der Kapitalbilanz (eigentlich: Kapitalverkehrsbilanz). Umgekehrt gilt das nur insoweit, als aufgrund historischer Buchhaltungsüblichkeiten die Übertragungsbilanz zur Leistungsbilanz gerechnet wird. (Deswegen wird ja meistens in der Diskussion nicht die Leistungsbilanz, sondern der Außenbeitrag gemeint, wenn es um Ex- oder Importe geht.) Zum anderen gibt es Vorgänge, die nur die Kapitalbilanz betreffen, nämlich soweit es reine Geldvermögensumschichtungen betrifft. So würde z.B. bei der Bundesbank die Begleichung einer Dollarforderung eigentlich einen Kasseneingang in Dollars erfordern, mithin handelt es sich dabei um einen Aktivtausch Dollarforderung gegen Dollar. Wird sich die Bundesbank nun damit belasten im eigenen Tresor die Dollarscheinchen zu bunkern? Keineswegs, denn eine Dollarforderung gegen eine US-Zentralbank ist

DASSELBE

wie Dollarnoten und haben ggf. darüberhinaus noch den Vorteil Zinsen abzuwerfen. Genausowenig, wie die Bundesbank darauf besteht Dollars einzubunkern, ist die Notwendigkeit gegeben, gegenüber einer EURO-Zentralbank auf die Zahlung von EURO zu bestehen, weil die Forderung gegen eine Zentralbank (ja noch mal) bereits Zentralbankgeld darstellt!

Wenn man so will, ersetzen TARGET-Salden im EURO-Raum die Zahlung von „Devisen“ deshalb, weil es sich bei den „Zahlungspflichtigen“ um Zentralbanken handelt! Daraus zu konstruieren, daß es sich dabei um offene Forderungen im Sinne geschäftlicher Verhältnisse handelt, ignoriert die Sonderstellung von Zentralbanken im Rahmen eines Kreditgeldsystems!

Was zeigen TARGET-Salden denn nun an? Zunächst mal nur dies: WO ist das Zentralbankgeld entstanden bzw. durch welche EURO-Zentralbank wurde es emittiert!

Und da ja counterfactuals anscheinend heutzutage modern sind: würde sich die Bundesbank die EURO-Scheinchen von den betreffenden EURO-Zentralbanken

LIEFERN

lassen, würde sie (nach Aktivtausch „Forderung“ gegen EURO-Noten) den „Kasseneingang“ (Bestandsveränderung!) umgehend gegen den Posten Zentralbankgeld (Passivseite!) gegenrechnen und die entsprechenden Geldscheine verbrennen. (Das darf man wörtlich nehmen!)

Es dürfte inzwischen soweit sein, daß wahrscheinlich in diesem Fall von der Bundesbank ein negativer Zentralbankgeldumlauf ausgewiesen werden müßte, der nichts anderes anzeigt als die Tatsache, daß bei den der Bundesbank angeschlossenen Geschäftsbanken MEHR Zentralbankgeld im Umlauf ist, als seitens der Bundesbank JEMALS emittiert worden ist. (DAS ist die Situation vor der Prof. Sinn Bedenken angemeldet hatte, denn in diesem Fall – der wohl schon eingetreten ist – hat die Bundesbank keine Steuerungsmöglichkeiten den Geschäftsbanken gegenüber. Aber wozu auch, denn die Geschäftsbanken sind ja überliquide, so daß sich ein ‚lender of last resort‘ erübrigt.)

Was folgt daraus? Beim EURO-System handelt es sich um SIEBZEHN selbständige Zentralbanken, die alle denselben Zahlungsmittelstandard EURO emittieren können, die ALLE in EURO UNBEGRENZT liquide sind. (Daß daneben überhaupt noch eine EZB existiert, stellt sich damit letztlich als Anachronismus heraus, bestenfalls kann man die EZB als Regionalstelle der BIZ interpretieren.)

Entscheidend ist die Antwort auf die Frage, warum es diese Zahlungsmittelumschichtungen nach u.a. Deutschland gibt: das liegt daran, daß die Bonität der z.B. griechischen Banken inzwischen so niedrig ist, daß eine Sichtforderung dort nicht mehr als sicher angesehen wird. Dies liegt an einem (vermuteten und sehr realistischen) Abschreibungsstau der griechischen Geschäftsbanken, welcher auch ohne Zahlungseinstellung des GR-Staates zu der Feststellung der Überschuldung des GR-Bankensystems führen würde. Das heißt auf gut Deutsch, daß in GR die

BONITÄTSNORMEN,

die für eine Kreditvergabe angelegt werden zu niedrig sind, um ein nachhaltiges Wirtschaften für die Bank zu ermöglichen. Das kann nur dadurch simuliert werden, daß notwendige Abschreibungen unterlassen werden, soweit die Refinanzierung seitens der GR-NZB sichergestellt ist.

Draghis „Meisterleistung“ besteht auch genau darin die Liquiditätsklemme der GR-Banken aufgrund nicht mehr einbringlicher Forderungen durch Neukreditierung von Liquidität zu kompensieren, wobei die materiell vorliegende Überschuldung der GR-Banken schlichtweg ignoriert wird. Da fragt man sich doch: warum versagt die europäische Bankenaufsicht in derart eklatanter Weise? Weil sie ihren Sitz in London hat?

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