Wird aus Geld „Mehr-Geld“?

Prolegomena zu einer strittigen Systemtheorie des Finanzmarktes

Es kann in einem Blogbeitrag natürlich nicht darum gehen einen Abriß der Systemtheorie darzustellen, so daß zum Verständnis der folgenden Zeilen ein Abschnitt eines Glossars eines Lehrbuches genügen muß.

„System … bezeichnet einen ganzheitlichen Zusammenhang von Teilen, deren Beziehungen untereinander quantitativ intensiver und qualitativ produktiver sind als ihre Beziehungen zu anderen Elementen. Diese Unterschiedlichkeit der Beziehungen konstituiert eine Systemgrenze, die System und Umwelt des Systems trennt. Komplexe Systeme sind durch die Merkmale Selbstorganisation, Grenzerhaltung, Selbstreferenz und Generativität charakterisiert. Die Besonderheit der Klasse der … sozialen Systeme liegt darin, daß ihre Grenzen nicht physikalisch-räumlich bestimmt sind, sondern symbolisch-sinnhaft.“ (Willke, Systemtheorie)

Relevante Kriterien zur Analyse der Frage, was den Systemcharakter des Finanzmarktes ausmacht, können demnach folgende Aspekte sein:

  • die Frage nach der Systemgrenze, die den Finanzmarkt von anderen marktwirtschaftlichen Aktionsformen unterscheidet;
  • die Kommunikationsmuster, welche eindeutig zum Finanzmarkt zu rechnen sind;
  • das Kommunikatonsmedium, welches das Kriterium für die Zugehörigkeit zum Finanzmarkt bildet;
  • – und –
  • der Sinn des Ganzen, wobei „Sinn“ für den Komplex gemeinsam verstehbarer und systemzugehöriger Handlungsweisen steht, die zur Erreichung der Systemzwecks – nicht Systemziels(!) – eingesetzt werden!

Und die Frage nach der Emergenz von Systemstrukturen innerhalb des Finanzmarktes kann an dieser Stelle erst recht nicht angesprochen werden! (Das Thema ist viel zu umfangreich, um dieser Stelle behandelt werden zu können – mal abgesehen davon, daß es sich nicht auf den Finanzmarkt begrenzen läßt!)
Ich möchte mich an dieser Stelle darauf beschränken die Bedingungen anzusprechen, die gegeben sein müssen, damit der Finanzmarkt sein zentrales Versprechen – aus Geld „Mehr-Geld“ zu machen – erfüllen kann. Irgendwo muß man ja schließlich mal anfangen, dieses vielfältige Thema aufzugreifen.

Was macht also ein Finanzsystem – wenn es denn ein System ist – aus? Die Frage nach dem Kommunikationsmedium des Finanzmarktes ist so einfach gestellt wie beantwortet: es geht um Geld, so daß Finanzmarktakteure das Handwerkszeug „Geld“ verwenden, wie Bauarbeiter ihren Hammer. Dazu kommt noch, daß es eine spezifische Semantik gibt, deren Inhalte sich – nicht abschließend – mit Kursbewegungen, Charts und Wertentwicklung charakterisieren lassen, so daß sich ein gemeinsames Merkmal der Finanzmärkte dahingehend herausschälen läßt, was sich mit der „Erzeugung von Mehr-Geld“ beschreiben läßt. Diese Vorstellung findet in der Sozialisation der Menschen ihren Niederschlag in „Spartagen“ und der allgemeinen Vorstellung eines absoluten Berechtigungsanspruchs von Zinsen, die – verbrämt mit einem moralischen Absolution – zu einer unhinterfragten Vorstellung führen, daß Zinsen einen notwendigen Anspruch aus dem Lebensleid „Nichtkonsum“ darstellen.

Dieser Anspruch durchzieht die Finanzmärkte mit dem gemeinsam geteilten Verständnis von Realität, daß das „Anlegen“ von Geld zu einem „Mehr-Geld“ führen muß, so daß sich der kommunikative Charakter des Finanzmarktes durch die „Formel“ G -> G‘ darstellen läßt. Dies ist schon mal insofern kurios, als sich genau diese Vorstellungsweise bei Marx wiederfinden läßt, der dies allerdings in einer Sozialtheorie eingebettet hatte, welche die inhärenten Widersprüche des Kapitalismus erklären wollte. Das soll aber an dieser Stelle nicht Thema sein.

Die Systemgrenze des Finanzmarktes läßt sich idealtypisch durch die Abwesenheit von „W“ – Ware – kennzeichnen, denn Finanzmärkte sind nicht mit realen Produktionsprozessen befaßt. Soweit sie Finanzanlagen in realen Produktionsprozessen durchführen, sind die Bewertungskriterien dennoch nach Maßgabe der Ertragsvorgaben, die sich auf dem Finanzmarkt als Vorstellung durchsetzen, dominant. Es geht also nie um die Sinnhaftigkeit oder gesellschaftliche Erwünschtheit einer Produktion, sondern um deren monetäre Ertragskraft – was im Grunde genommen das einzige Kriterium ist, welches für Finanzmärkte zählt. Das mag man bedauern, ist aber für die hier zu behandelnde Frage das entscheidende Kriterium.

Diese Frage macht übrigends den Unterschied der Theorie des Kreditgeldkapitalismus zu der allgemeinen Gleichgewichtstheorie aus. Denn es ist nicht nebensächlich, ob man denkt, die Menschen würden ja vom Grunde ihres Herzens ja nach realen Gütern streben, oder ob das abstrakte Erfolgskriterium – monetäres „Mehr-Geld“ – zur Leitlinie ökonomischen Handelns wird. Das ist ein weites Feld… Denn damit ist die berüchtigte Kontroverse von I und S verbunden, die allerdings nur eine Scheindebatte ist, weil sich jeder, der einen Buchhaltungskurs verstanden hat, darüber klar ist, daß Ersparnis nur aus Einkommen erfolgen kann, deren Ursprung in einer kreditfinanzierten Unternehmung zu suchen ist. Für die Behandlung dieser Sachfrage ist denn auch Schumpeter (1911) einschlägig.

Ein Rekurs auf Schumpeter klassifiziert jedoch den Finanzmarkt als ein „Sub-System“ des Kreditgeldkapitalismus, wobei naturgemäß offen bleibt, woher die Gewinne des Finanzmarktes resultieren. Die „normale“ Antwort auf derartige Fragen besteht darin, daß ja der „Realsektor“ die Gewinne des Finanzmarktes „verdienen“ muß. Eine derartige Antwort ist aber von dem Mißverständnis geprägt, welches seit Ricardo und seiner „Korntheorie des Zinses“ in der ökonomischen Theorie herumgeistert. Nur kurz gesagt ist es doch so: die „Realwirtschaft“ produziert – hoffentlich – Wohlstand, ist jedoch von ihrer Anlage nicht dazu gemacht, auch die „Sparvolumina“ zu erzeugen, welche dann von einem Finanzmarkt auch noch vermehrt werden könnten. Salopp gesagt: Unternehmen produzieren Güter, aber kein Geld! Insofern ist diese landläufige Vorstellung nicht gut begründet. (Falls jemand meint, daß das doch alles Dummfug sei – ja sicherlich, nur die gegenwärtige ‚mainstream‘ Theorie des Zinses alias Grenzproduktivitätstheorie folgt dem Muster von Ricardo – ein epistemologisches Desaster!)

Das kann man sich daran klarmachen, indem man versucht, das in systemtheoretischen Darstellungen gelegentlich gebrauchte „Black Box“-Modell ernst zu nehmen: denn dem Input der Einzahlungen in das Finanzsystem muß auch ein Output entsprechen, welcher dieselbe Eigenschaft aufweist wie der Input: er besteht aus Geld. Das wirft die Frage auf – wie gesagt: es geht hier um die Frage des Finanzmarktes als eigenständiges System – inwieweit der Finanzmarkt seinen eigenen Anspruch einhalten kann, daß aus Geld eben „Mehr-Geld“ wird. Damit kommt man aber zu einer entscheidenden systemtheoretisch motivierten Vermutung: denn wenn es sich erweisen sollte, daß der Finanzmarkt lediglich ein Derivat der „Realwirtschaft“ ist, ist seine Eigenständigkeit als „System“ nicht begründbar.

Besagte Eigenständigkeit hat jedoch noch einen anderen Hintergrund, der aus den Eigenschaften kreditgeldkapitalistischer Ökonomien entspringt: der ärgerliche Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre lautet dahingehend, daß nun mal das gesellschaftliche Nettogeldvermögen – d.h. über alle gesellschaftlichen Sektoren gerechnet – den recht übersichtlichen Betrag NULL aufweist! Das ist nun mal eine Konsequenz der Tatsache, daß eine doppelte Buchhaltung keinen Raum für Vermögensansprüche läßt, denen kein negatives Nettogeldvermögen (Nettoschulden) gegenübersteht. Die landläufige Erkenntnis – wo Rauch ist, ist auch Feuer – übersetzt sich in trockenes Buchhalterdeutsch dahingehend, daß die Verbuchung individuellen oder sektoralen Nettogeldvermögens einen ebenso großen Verbindlichkeitseintrag anderer Sektoren zur Voraussetzung hat. (Forderungen und Verbindlichkeiten sind in einer enantiodromischen(!) Weise miteinander verknüpft – das Eine geht nicht ohne das Andere, und zwar ohne wenn und aber. Das bekommt man auch mit Moral nicht weg!)

Wie war es denn in den „goldenen“ Zeiten des wachstumsorientierten Kapitalismus? Da war normalerweise der Unternehmenssektor für die Schaffung von Nettogeldvermögen (Investition) verantwortlich. Dies deshalb, weil der Planungshorizont von Unternehmen in diesen Zeiten über die heute üblichen zwei Quartale hinausging. Letztere Unsitte hat  dummerweise zur Folge, daß rein buchhaltungstechnisch die in den Büchern stehenden Kreditvolumina die sonst notwendigerweise bei den anderen Sektoren als Ersparnis, d.h. nichtkonsumiertes Nettogeldvermögen – quasi als Kollateralschaden – anfallen, inzwischen aufgrund des verkürzten Planungshorizontes seitens der Unternehmen kaum mehr gebildet werden können. Da aber Nettogeldvermögen (=Ersparnis) nur dann gebildet werden kann, wenn jemand auf Kredit (= i.d.R. temporäre Erzeugung von Nettogeldvermögen) kauft, wird es – wenn die Unternehmen sich zunehmend weigern, dieses Prinzip der langfristigen Vorfinanzierung mitzutragen – zu einer virulenten Frage, woher die notwendigen Nettoschulden kommen sollen, die für die Erzeugung von Nettogeldvermögen gebraucht werden! (Wie gesagt, ein Buchhaltungskurs beseitigt viele Fragen!)

Damit verbunden ist die Frage der Nachhaltigkeit von Geldvermögen- ja, die gibt es im Kreditgeldkapitalismus auch! Denn (eigentlich) weder der Staat, noch die privaten Haushalte sind diejenigen, deren Verschuldung die Nachhaltigkeit des Kapitalismus markieren könnte – zumindest nicht im Sinne der Nachhaltigkeit eines arbeitsteiligen sozialen Gefüges. Denn frei nach Schumpeter ist die Erzeugung von verkaufsfähigen Gütern diejenige Tätigkeit, welche zu einer – hoffentlich – Wohlstandssteigerung des Sozialwesens führt. Es ist jedoch nicht so, daß – um auf das eigentliche Thema zurückzukommen – temporäre Verschuldung zu einem dauerhaften Nettogeldvermögenszuwachs führen kann, der vom Finanzmarkt auch noch als originäre Leistung für sich reklamiert wird – es sei denn, es handelt sich um einen „fühlbaren“ Wachstumsprozeß. Eine Dauerhaftigkeit der Nettogeldvermögen läßt sich demzufolge nur mit Schuldnern erreichen, wenn diese – im wahrsten Sinne des Wortes – auch Dauerschuldverhältnisse eingehen (können). Dazu ist in der sektoralen Betrachtung bisher aber nur ein Akteur in der Lage gewesen: der Staat – und auch der inzwischen nicht mehr!

Ärgerlich dabei ist: auch der Staat kann den Finanzmärkten heutzutage nicht mehr zu einer nachhaltigen Rentabilität verhelfen, weil das Potential an Nettoneuverschuldung seitens der Staaten inzwischen, zumindest in Europa, zu einer marginalen Größe werden wird. Daher wird das Erfolgskriterium des Finanzmarktes durch die geplante Reduktion der Staatsverschuldung in EURO-Land in massiver Weise behindert. (Das haben die Lobbyisten-Beauftrager nur noch nicht kapiert, sonst wäre kein Fiskalpakt dieser Welt möglich gewesen! Sancta Simplicitas!) Unabhängig von der makroökonomischen Perspektive: die niedrigen Zinsen, die sich im Zuge der vermeintlichen EURO-Krise als normal etabliert haben, sind für die Finanzbranche ein Desaster, welches in wenigen Jahren zu einer „alternativlosen Rettung“ der Geldsammelstellen (Fonds, Lebensversicherer etc.) führen wird. Denn niedrige Zinsen sind Gift für das zentrale Versprechen des Finanzmarktes aus Geld „Mehr-Geld“ zu machen – was noch nicht mal die Frage der sogenannten Realerhalts von Finanzvermögen adressiert. Und letzteres ist inzwischen zu einer wichtigeren Frage des Vermögensmanagements geworden als die landläufig noch geglaubte vermeintliche „Vermehrung“ von Nettogeldvermögen!  Und da helfen auch „garantierte Südländer-Anleihen“ nichts: denn entweder sind die Zinsen so niedrig wie in Deutschland, Japan, GB oder USA, oder die Zinsen sind hoch und ebenso der potentielle Abschreibungsbedarf. Man kann es drehen und wenden wie man will: Geld im Sinne eines Nettogeldvermögen entsteht dabei nie, denn die Summe allen Nettogeldvermögens ist immer Null.

Das heißt auf gut Deutsch: derzeit ist der Kreditgeldkapitalismus in einer Phase, in der ein strategisches Spiel darüber gespielt wird, welcher Sektor noch über ein wesentliches Verschuldungspotential verfügt, was man als ‚conditio sine qua non‘ des Finanzmarktes interpretieren kann, denn nur dann kann er sein zentrales Versprechen des „Mehr-Geld“ aufrechterhalten. (Die unsittlichen „Erfolgshonorare“ der Traumverkäufer sprechen jedoch eine andere Sprache. Witzigerweise ist zwar jeder davon betroffen, aber alle glauben daran, daß es sie nicht betrifft. Gegen diesen Selbstbetrug ist kognitive Dissonanz ein Kinderspaßportal!) Nur unter dieser Voraussetzung können sowohl der Finanzmarkt, als auch die Unternehmen noch Gewinne ausweisen; der Mechanismus G -> G‘ (den es so ohnehin nie gab) funktioniert nicht mehr, weil die Wachstumsraten des Sozialprodukts, die bisher diese Illusion genährt hatten, inzwischen auf mikroskopische Dimensionen zusammengeschnurrt sind! Bei Wachstumsraten um Null Prozent ist eben auch gesellschaftlich kein Nettogeldvermögensaufbau mehr möglich.

Leicht zu verstehen und schwer zu begreifen – so ist das halt mit der Erkenntnis!

3 Kommentare

Eingeordnet unter Finanzmarkt, Geldtheorie, Wirtschaftstheorie, wonkish

3 Antworten zu “Wird aus Geld „Mehr-Geld“?

  1. Stoertebeker

    Sehr interessant. Ich finde es zwar schade, dass Sie sich der Systemterminologie verschrieben haben (ich hege mein Vorurteil, dass es für alles, was sich systemtheoretisch beschreiben lässt, verständlichere handlungstheoretische Formulierungen gibt, ohne dass die Schärfe darunter leidet – im Gegenteil). Dennoch ist Ihnen meiner Meinung nach eine schöne Ausarbeitung des Dilemmas von Kreditgeldsystemen gelungen.

    Das Zukunftsszenario, das Sie zeichnen (Rettung der Geldsammelstellen), ist natürlich bedenklich. Sehen Sie denn Alternativen?

    • Eigentlich war dieser Post ganz anders angelegt. Die systemtheoretische Terminologie hatte was damit zu tun, daß letztens Beate Reszat und Dirk Elsner sich darüber ausgelassen haben, inwieweit man Ökonomie, bzw. in dem Fall Finanzmärkte als System auffassen könnte. Ich habe da ein bißchen nachgebohrt und bin zu dem Schluß gekommen, selbst etwas zu diesem Thema zu schreiben. Bei dem Schreiben dieses Posts ist mir aber die eigentliche Problemstellung des Finanzmarktes in die Quere gekommen, so daß er diese Form bekommen hat, obwohl die Überschrift eigentlich lauten sollte: Sind Finanzmärkte Systeme? Ich habe also schon noch die Kurve gekriegt!

      Zur Systemfrage: natürlich ist Systemtheorie keine Ökonomietheorie, das würde ich auch nie behaupten. Es ist aber äußerst nützlich, die funktionellen Anforderungen, welche die Systemtheorie in ihrer eigenen Diktion als Systemdefinition aufstellt mit den Funktionsprinzipien zu vergleichen, welche die Ökonomie stets für gegeben hält. Da kommt man schon mal auf Ideen, die sich nicht so einfach aus handlungstheoretischen Überlegungen ergeben. So ist z.B. auf der einfachsten Ebene der Systemtheorie die Ansammlung von Einzelaktionen noch kein funktionsfähiges System, weil es stets eines Kommunikationsmodus bedarf, um zu Handlungen – jenseits der Präferenzen – zu kommen. Das ist übrigends eine Geschichte, die ausdrücklich von Vertretern der allgemeinen Gleichgewichtstheorie explizit zugegeben wird (S. Weintraub im negativen, F. Hahn im positiven Sinne).

      Was die Zukunft angeht: ich bin überhaupt nicht überzeugt davon, daß irgendeine „Regulierung“ zu einem substanziellen Ergebnis führt. Denn ich habe mal gelernt, daß ökonomische Handlungen aus elementaren Rahmenbedingungen erklärbar sind, die man Preise nennt. Und regulatorische Eingriffe in Märkte sind Preisverzerrungen und insgesamt meistens sowieso unwirksam, weil die Umgehungsmöglichkeiten vielfältiger sind, als die Steuerungsmöglichkeiten. So weit, so gut. Der Hebel für das Schuldenproblem ist für meine Begriffe an der aktuellen – und schon lange existierenden – zentralen Preisverzerrung anzusetzen: die steuerliche Ungleichbehandlung von Eigen- und Fremdkapital. Was soll man von einer Ökonomie erwarten, in der die Aufnahme von Fremdkapital gegenüber der Finanzierung mit Eigenkapital begünstigt wird? Man wird davon ausgehen können, daß Finanzierung über Fremdkapital bevorzugt wird. Was sehen wir? Überschuldung? Na sicher, das ist doch ein normales Ergebnis dessen, was die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens nahelegen.

      Die Alternative ist doch klar: Eigenkapital nicht gegenüber Fremdkapital zu benachteiligen. Ich weiß, das kann man sich nicht als zentrales Element der Ökonomie vorstellen, aber wie war das? Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Tornado auslösen? Und etwas weniger schöngeistig: auch das reduktionistische Prinzip legt nahe, elementare Sachverhalte für höhere Entwicklungen verantwortlich zu machen. Ein Blick in die Theorie der Fraktale genügt, um zu verstehen, daß kleine fundamentale Änderungen völlig andere Muster hervorbringen. Warum sage ich das? Um zu motivieren, daß diese schon lange überfällige und auch derzeit im Koalitionsvertrag vereinbarte steuerliche Änderung alles andere als eine vernachlässigbare ‚peanuts‘ ist.

      Oben auf der Leiste dieser Website ist ein Eintrag „Schulden“. Nachsatz: kein Systemversagen, nur ein lösbares Problem. Einfach mal reinsehen!

  2. Pingback: Der Zins ist nicht das Problem, sondern seine Garantie - Iromeisters Abenteuerreise

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