Zinsen – Individual- oder Gemeinschaftskonzept?

skyrestSchon zu meiner Schulzeit war es so, daß dann, wenn ein Lehrer versucht hat irgendwelche Klassifikationen zu erläutern mit schönster Regelmäßigkeit keine sinnvollen Schlüsse aus seinen Bemühungen gezogen werden konnten. Das aufgeführte Sammelsurium an Begriffen war meist nicht sinnvoll kombinierbar, geschweige denn, daß sich die vorgestellten Termini sogar gelegentlich widersprochen haben. Bis heute ist das Gefühl übriggeblieben, daß damit auch nichts erklärt werden sollte, sondern vielmehr ein Scheinwissen zur Schau gestellt wird und somit lediglich eine Simulation von Wissen stattgefunden hat.

Dasselbe Gefühl beschlich mich, als ich eine Tabelle zu Gesicht bekam, in der nicht weniger als 25 Zinsfunktionen enthalten waren und die Autorin daranging diese in mehr oder weniger lose Zusammenhänge zu stellen. Erwartungsgemäß war auch an diesem großangelegten Klassifizierungsversuch kaum etwas Vernünftiges zu erkennen, zumal eine wesenserhebliche Funktion überhaupt nicht explizit aufgeführt war. Zwar war durchaus was man erwarten konnte der Zins als Risikoprämie aufgeführt, doch die unmittelbare Konsequenz daraus fehlte einfach. Das hat natürlich seinen Grund, der auch einen wohlklingenden Namen hat und mit „methodologischer Individualismus“ genau auf den Punkt gebracht wird. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als das simple Postulat(!), daß alles, was nicht aus der Wahlentscheidung eines Individuums heraus erklärbar ist, nicht zu dem Fachgebiet Ökonomie gerechnet werden soll. Mit einem derart schlaffen Postulat wird beispielsweise begründet, warum die DSGE-Modelle das nonplusultra der ökonomischen Theorie sein sollen oder warum Argumente, die sich aus saldenmechanischen Gedanken ableiten mit dem Vorwurf(!) „Das ist ja Saldenmechanik!“ als ökonomisch nicht gehaltvoll diskreditiert werden sollen. Komplett lächerlich wirkt ein derartiger Vorwurf vor dem Hintergrund, daß laut „methodoligischem Individualismus“ eine angemessene Analyse makroökonomischer Prozesse dadurch gewährleistet sein soll, daß lediglich die mikroökonomisch fundierten Wahlentscheidungen eines „repräsentativen Wirtschaftssubjekts“ betrachtet werden. (Das ist die logisch inkonsistente Forderung nach einer „Mikrofundierung der Makroökonomie“!) Da schon häufiger die Frage angesprochen wurde, wie das Verhältnis vom Teil zum Ganzen strukturiert ist, sei hier lediglich G. Bateson zitiert: „Insofern, als die Verhaltenswissenschafter noch immer die Probleme der ‚Principia Mathematica‘ ignorieren, können sie Anspruch darauf erheben, 60 Jahre im Rückstand zu sein.“ (Das Buch aus dem dieses Zitat stammt ist aus dem Jahr 1972!)

Nun ist ja die Eigenschaft des Zinses, ein Indikator für das Risiko einer Investitionsentscheidung zu sein, vergleichsweise unbestritten. Es ist ja nicht so, daß individualistische Fragestellungen sich nicht ökonomisch fruchtbar verwenden ließen. Worum es allerdings hier geht ist die Frage, was aus dieser Eigenschaft abzuleiten ist. Irgendwie sollte doch eine Konsequenz mit der Existenz einer Risikoprämie verbunden sein, denn als risikobezogene Größe kann sie nicht lediglich als Argument dafür herhalten, Zinsen als riskante Einkommensquelle zu definieren. Das heißt, daß mit dem Zinsanteil, welcher mit der Risikoprämie verknüpft ist, eine andere Konsequenz verbunden sein muß, als diejenige, Zinsen zu einem Einkommenselement zu stilisieren. Es handelt sich dabei um den schnöden Umstand, daß – bevor sich irgendjemand um die Verwendung von Bruttozinseinnahmen zur Einkommensaufbesserung kümmern kann – es zunächst mal darum gehen muß, und zwar ohne Wenn und Aber, daß damit die Verluste aus abgeschriebenen Forderungen kompensiert werden müssen. Das heißt, daß Zinsen, wie alle anderen Erträge auch, für die Deckung des Aufwands aus Kreditabschreibungen herhalten müssen. Denn auch wenn Forderungsabschreibungen eigentlich eine aktivische Bestandsverringerung darstellen, wird damit die (hoffentlich) eigenkapitalerhöhende Wirkung eines G+V-Überschusses nachträglich reduziert. Die unausweichliche Folge davon ist, daß Zinsen unmittelbar dazu beitragen Bilanzverluste der Banken aus Kreditabschreibungen zu kompensieren.

Das hat unmittelbare Konsequenzen für die Zinstheorie, deren Focus hauptsächlich darin gesehen wird für Sparer ein Zinseinkommen zu generieren, was ja auch durch die herrschende Geldtheorie nahegelegt wird. Dabei ist diese Theorie, daß die Sparer die Quelle von Geld zur Kreditvergabe darstellen und deswegen zur Zurverfügungstellung von Spareinlagen „angereizt“ werden müßten die Paten-theorie für die felsenfeste Überzeugung, daß Sparer einen Zins zu beanspruchen hätten. Natürlich wird diese Vorstellung durch die Zentraltheorie des Kapitalismus, der allgemeinen Gleichgewichtstheorie nahegelegt, wo die privaten Wirtschaftssubjekte ihre Ressourcen aka Erstausstattungen den Unternehmen gegen einen Leihertrag zur Verfügung stellen, soweit es sich um „Kapitalgüter“ handelt. In das gleiche Horn stößt die Theorie der multiplen Geldschöpfung, deren Credo sich daraus speist die Einlagen von Sparern an den Anfang der Ableitungskette zu setzen.

Welche Konsequenz ergibt sich nun aus der Sichtweise Zinserträge als Kompensation für fehlgeschlagene Kreditengagements zu sehen? Dazu muß man sich zunächst einmal klarmachen, was eine Kreditabschreibung bedeutet. Sie bedeutet, daß ein Kreditnehmer in dieser Höhe Ressourcen in Anspruch genommen hat, denen auf dem Markt kein konkurrenzfähiges Angebot gegenübergestellt wurde. Dies bedeutet, daß der Mechanismus, der dem Kreditgeld überhaupt erst seinen „Wert“ verleiht, durchbrochen wird. Denn dieser besteht essentiell daraus, daß alleine der Schuldendruck dem sich der Kreditnehmer ausgesetzt sieht ihn dazu veranlaßt, gegen Geld reale Leistungen anzubieten, um Zins, Tilgung und (hoffentlich) einen Gewinn zu erzielen. Eine Kreditabschreibung dagegen bedeutet, daß die durch den Kredit finanzierte hoffnungsvolle Investition sich als bloßer Konsum von Ressourcen herausgestellt hat und deswegen ein Kreditvolumen im volkswirtschaftlichen Rahmen „zuviel“ da ist, welches keinen Beitrag zur gesellschaftlichen Leistungserstellung mehr liefert. Die Neutralisierung dieses überschüssigen Kreditvolumens wird dadurch gewährleistet, daß Zinszahlungen gegen dieses konsumtive Kreditvolumen gegengerechnet werden.

Das bedeutet aber, da auch erfolgreiche Unternehmer Zinsen zahlen, daß Zinsen gesamtgesellschaftlich als eine Art Versicherungsprämie angesehen werden können, die alle Kreditnehmer zahlen, obwohl nur (hoffentlich) einzelne Kreditnehmer in die Insolvenz gehen und damit unbezahlte Kreditlinien hinterlassen. Das läßt sich sehr schön mit der Kfz-Versicherung vergleichen, da diese den meisten Menschen als Risikoversicherung bestens bekannt ist. Eine Risikoversicherung zeichnet sich dadurch aus, daß sie die Prämien der Versicherungsnehmer dazu verwendet, die Schäden, die von einzelnen dieser Versicherungsgemeinschaft angerichtet werden, aus den Beiträgen aller Versicherungsnehmer zu decken. Dabei ist für die Betrachtung hinsichtlich der Interpretation von Zinsen als Versicherungsprämie noch wesentlich einen besonderen Aspekt zu betrachten: denn immer dann, wenn die Risiken bzw. die Wahrscheinlichkeit der Schäden zunehmen, fangen die Prämien für diese Versicherung an zu steigen, da ein höheres Schadenvolumen abgedeckt werden muß. Wenn man dieses berücksichtigt und auf die Konzeption, Zinsen als Versicherungsprämien zu sehen überträgt, wird auf einmal auch klar, daß genau dann, wenn die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen steigt (typischerweise in einer Krise/ Rezession) auch die entsprechenden Risikoprämien/ Zinsen zu steigen beginnen. Insofern mutet es ziemlich rührend an, wenn von allen Seiten unisono in einer Rezession gefordert wird, daß die Notenbank die Zinsen senken müsse, um den Unternehmen „das Geld billiger zu machen“ und die Unternehmen damit „angereizt“ werden mehr investieren. Das kann die Notenbank zwar tun indem sie mit ihren Reizen nicht geizt, wird aber dennoch keine Effekte hinsichtlich der prognostizierten Kreditabschreibungen erzielen können, was eine wesentliche Vorbedingung dafür wäre die Banken zu veranlassen ihre Kreditzinsen zu senken.

Wenn Banken anfangen ihre Zinsen zu senken, dann aus einem anderen Grund: nämlich dann, wenn sich die Aussichten für die Rentabilität von Investitionen wieder verbessern und die Konkurrenz um die „besten“ Schuldner einsetzt, die mit immer besseren Zinsgeboten gelockt werden sollen, wobei die Verringerung der Wahrscheinlichkeit für Kreditabschreibungen (gewissermaßen die „finanziellen Schäden“) diesen Spielraum für diese verbesserten Zinskonditionen überhaupt möglich macht. Letzteres funktioniert allerdings erst dann, wenn durch ausreichende Zinseinnahmen die abzudeckenden „finanziellen Schäden“ weitgehend ausgeglichen sind und nicht noch in den Büchern latente Risiken lagern, deren Existenz eine „verringerte Schadenvorsorge“ praktisch unmöglich machen. Soweit das wie derzeit aktuell der Fall ist können Zinsreduktionen der Zentralbank keine nennenswerten Effekte erzielen, auch wenn die versammelte Presselandschaft bisher üblicherweise jede 0,25%ige Zinssenkung als „wichtiges geldpolitisches Signal“ zu interpretieren gewillt war. Leider übersetzt sich ein sinkender Diskontsatz nicht automatisch in eine großzügige Zinssenkung bei den Krediten und ist nach den vorstehenden Erkenntnissen auch nur als blauäugiges Wunschdenken der Zentralbanken zu interpretieren. Daß die üblichen Begründungen für die weitgehende Zurückhaltung bei der Kreditvergabe dann dahingehend lauten, daß die Wirtschaft sich in einer Konstellation der „Liquiditätsfalle“ befinde, beweist nur, daß das herrschende makroökonomische Denken bisher noch nicht über die Betrachtung intrinsischer Motivationslagen einzelner Wirtschaftssubjekte hinausgekommen ist.

Diese Sichtweise auf die eigentliche Natur von Zinsen wirft auch ein bezeichnendes Licht auf die Theorie, welche versucht Zinsen aus einem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage abzuleiten. Denn was – um mal von der Krise wegzukommen – passiert in einem Aufschwung? Das Geldangebot müßte aufgrund der höheren Ausgabenbereitschaft und der korrespondierenden sinkenden Sparbereitschaft sinken und damit die Kreditzinsen in die Höhe treiben, genauso wie eine höhere Geldnachfrage aufgrund einer höheren Investitionsbereitschaft die Zinsen ansteigen lassen müßte. Man kann zwar ökonometrisch so ziemlich alles ableiten, aber die Zinssenkungstendenzen bei Banken in einem Aufschwung sind vergleichsweise unübersehbar, während die Zinserhöhungstendenzen einer Zentralbank, getragen von einer Motivation, eine „Überhitzung der Konjunktur“ zu verhindern dagegen doch vergleichsweise putzig wirken und ihre intendierten Effekte regelmäßig verfehlen. Umgekehrt, umgekehrt.

Vielleicht noch ein letztes Wort zu dem eingangs erwähnten Kriterium dafür, was Ökonomie ist und was nicht. Die hier vorgestellte Sichtweise wird deswegen nie als ökonomisch akzeptiert werden, weil hier eine Abkehr von dem „methodologischen Individualismus“ vorliegt und es sich damit für die ‚mainstream‘-Ökonomie von vornherein verbietet, derartige Erwägungen ernst zu nehmen. Nun ist ein methodologisches Prinzip keine göttliche Gravur auf einer Steintafel, sondern eine spezifische Art der Gewinnung von Erkenntnis, wodurch natürlich nicht ausgeschlossen wird, daß nichtindividualistische Erkenntnismethoden nicht auch valide Erkenntnisse erbringen könnten. Auch wenn die Aussichten für diese Zinstheorie nicht so rosig sein dürften wird doch wohl eins nicht passieren: daß von der Ökonomie das Prinzip der Risikoversicherung deswegen abgelehnt wird, weil es sich nicht aus individuellen Präferenzen ableiten läßt. Obwohl, man kennt ja Ökonomen: die können auch ableiten, daß es eine positive oder steigende Zahlungsbereitschaft, d.h. eine Nachfrage nach höheren Beiträgen für eine Risikoversicherung geben kann, wenn einerseits die Schadenssumme angestiegen ist und die individuelle Schadeneintrittswahrscheinlichkeit gesunken ist. Das nennt man dann Altruismus oder so…🙂

43 Kommentare

Eingeordnet unter Geldtheorie, Wirtschaftstheorie, wonkish

43 Antworten zu “Zinsen – Individual- oder Gemeinschaftskonzept?

  1. Ich widerspreche der Theorie, dass Zinsen eine reine Risikoprämie de facto ökonomisch sind. Angenommen ich bin der eigenkapitalisisierteste Wirtschaftsteilnehmer, den es auf der Welt gibt z.B. Mr. Bill Gates)und zusätzlich haften die Herren Soros und Warren Buffet noch als Bürgern mit ihrem kompletten Vermögen für mich! Dann hätte ich als Kreditnehmer ein minimalstes Risiko, das gegen 0 konvergiert. (Als das minimalste Risiko könnte man mit Zusammenbruch des globalen Weltwirtschaftssystems ansehen). Dennoch werden mir bestimmte Kreditzinsen und zwar die der Bonität AAA+ verrechnet werden.

    • Sorry mein vorheriger Kommentar war sinnbefreit, weil wie richtig im Artikel beschrieben, alle anderen AAA Teilnehmer ja auch minimale Ausfallsrisiken haben und das Risiko auf alle Teilnehmer dieser Kategorie verteilt gerechnet wird.

      Was ich mich gerade frage: Gibt es Statistiken des Wachstums der Geldmenge M3 im Vergleich zur Inflation dieses Währungsraums und der Anzahl der Wirtschaftssubjekte in diesem Währungsraum (Bevölkerungswachstum)?

  2. Ich vermute einmal, ohne es belegen zu können, dass der Leitzinsgedanke ursprünglich etwas mit dem größten Kreditgeber, dem Steuereintreiber Staat zu tun zu hatte. Was die Banken damit gemacht haben, hat sich zu einem einträglichen und gefährlichen Geschäftsmodell entwickelt. Dieser Gefahr blicken wir jetzt entsetzt ins Auge und wissen nicht weiter.

  3. Sehr geehrter Herr Menendez,
    die Erklaerung der Zinsen als Risikopraemie, aehnlich einer Autoversicherung erscheint mir an der betrieblichen Praxis fuehrender Banken vollkommen vorbei. Wenn ich mir den Geschaeftsbericht der Deutschen Bank 2007 vornehme, dann wird dort ein Zinsueberschuss von 8,8Mrd fuer das Jahr ausgewiesen. Die Zinseinnahmen betrugen aber 67,7 Mrd. und die Zinsaufwendungen, also das was den Guthabeninhabern und Inhabern anderer Passiva weitergereicht wurde, 58,8 Mrd. D.h. nur ein Bruchteil der Zinsertraege steht der Bank zur potentiellen Risikovorsorge zur Verfuegung. Tatsaechlich wurden nur 612 Mio zur Risikovorsorge zurueckgestellt. Der Rest wurde als Gewinn ausgeschuettet oder zur Erhoehung des Eigenkapitals genutzt. Letzteres mag man auch noch als Riskovorsorge werten, da das Eigenkapital haftet, wenn die Rueckstellungen zur Risikovorsorge nicht ausreichen, um die tatsaechlichen Kreditausfaelle zu decken. Dazu sei angemerkt, dass die Deutsche Bank in ihrem Geschaeftsbericht 2007 eine Erhoehung des Kernkapitals um 5 Mrd. auf 28 Mrd. benennt.
    D.h. von Zinseinnahmen in Hoehe von 67,7 Mrd wurden nur 5,6 Mrd (Ruestellungen plus Eigenkapitalerhoehung) zur Risikovorsorge verwendet. Der ueberwiegende Teil also an Guthabeninhaber, Inhaber anderer Passiva und Eigentuemer verteilt und damit ersteinmal der haftenden Masse entzogen. Das ist so, als wuerde man bei der Autoversicherung nur 10% der eingezahlten Praemien zur Schadensabwicklung verwenden.
    https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2007/gb/briefdesvorstandsvorsitzenden.html
    https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2007/gb/lagebericht/finanzergebnisse/zinsueberschuss.html
    Man kann nun argumentieren, dass diejenigen, die den Loewenanteil der „Risikopraemie“ einstreichen auch im Fall des eintretenden Risikos herangezogen werden sollten (siehe Zypern). Im Prinzip ist das richtig, d.h. aber auch jeder „Anleger“, der bei einer Bank ein Konto fuehrt muesste nicht nur mit haften sondern auch ein (ebtl. gewichtetes) Mitspracherecht auf der Hauptversammlung erhalten und es muss eine Haftungsreihenfolge etabliert werden, die der gestaffelten „Risikopraemie“ entspricht.
    1. Eigentuemer Praemie 26% aufs Eigenkapital
    2. Anleiheninhaber Praemie xy% auf das geliehene Kapital
    3. Guthabeninhaber Praemie 2% aufs Tagesgeld

    Viele Gruesse

    Georg Trappe

    • Hallo Herr Trappe,

      da haben Sie sich ja genau eines derjenigen Beispiele herausgesucht, die überhaupt keine Lust mehr darauf haben, für die Konsequenzen der eigenen Handlungen einzustehen. Denn die Deutsche Bank versteht sich schon geraume Zeit als Investmentbank was darauf hinweist, daß sie sich lieber mit der Abwicklung und Generierung von Provisionen aus finanziellen Großgeschäften beschäftigt, als mit der von der Bankwirtschaftslehre stets betonten Aufgabe der Risikotransformation (und infolgedessen auch dessen Übernahme bzw. Kompensation). Das Jahr 2007 war ja auch davon geprägt, daß zu dieser Zeit die US-Investmentbanken noch beim Verpacken der „toxischen Wertpapiere“ waren, deren Design ja gerade darauf ausgelegt war, die damals schon erwartbaren Verluste zu den ‚muppets‘ zu verschieben, damit die eigenen Bilanzen von so was häßlichem wie Verlustabschreibungen frei gehalten werden konnten. Ich denke mal, daß es keine größere Verzerrung der Realität darstellt, wenn man feststellt, daß ausgerechnet die Investmentbanken sich aus der vielgerühmten Funktion „Risikotransformation“ längst verabschiedet haben, wobei sie nicht mal davor zurückschrecken unwesentliche Konkurrenten gleich mit über den Tisch zu ziehen. Der Umstand, daß ausgerechnet die Deutsche Bank schnell noch der IKB ein sattes „Wertpapierbündel“ übergeholfen hatte, um ihre eigenen drohenden Verluste weiterzugeben, spricht Bände. Und wo sind die Verluste dann gelandet? Natürlich nicht bei der IKB, sondern staatlich organisierten – und finanzierten – Auffanggesellschaften!

      Ich finde Ihren indirekten Hinweis darauf, daß letztlich die Bankwirtschaftslehre sich einer Illusion hingibt, wenn sie auch heute noch die Risikotransformation als eine hauptsächliche Begründung für Banken anführt, sehr gelungen. Denn daß die Risikovorsorge bzw. die Bildung von Eigenkapital für Banken eine Beschäftigung darstellt, der sie sich höchst ungern hingeben, ist durchaus bekannt. (Möglicherweise ist es auch zweifelhaft davon auszugehen, daß eine gesamtgesellschaftliche Bildung von Eigenkapital geldtheoretisch gesehen überhaupt möglich ist. Muß ich noch drüber nachdenken.) Die Frage der Bildung von Rückstellungen ist allerdings von der Reihenfolge der bilanziellen Abstimmungsoperationen der Verlustkompensation nachgelagert, denn Rückstellungen können erst aus einem positiven G+V-Nettogewinn gebildet werden. Dabei hatte ich mich ja auch darauf bezogen, daß letztlich alle Erträge für alle Verluste einstehen, das ist so etwas wie das Nonaffektationsprinzip bei Steuern, wo auch alle Steuern für alle Ausgaben einstehen und die Legende über die Zurechenbarkeit von (meistens) Steuererhöhungen aus der Rechtfertigungsnot der Politik geboren ist. (Einschlägig ist hier die Definition von Steuern in der AO!) Zum anderen darf man auch daran erinnern, daß bei der Berechnung von Renditen bei provisionspflichtigen Wertpapieren die Provisionen (der Banken) selbstverständlich als renditemindernd berücksichtigt werden müssen. Wenn Sie so wollen sind Provisionen ein von der Bank einbehaltener Zinsertrag!

      Wenn man also Provisionen als entgangener Zinsertrag der ‚muppets‘-Bankkunden deutet, für den sie zu allem Überfluß auch noch das Risiko der Forderungsabschreibung übernehmen, gewinnt das Konzept, Zinsen als Versicherungsbeitrag zu interpretieren noch weiter an Gewicht. Mal abgesehen davon, bleibt das Grundproblem der Neutralisierung von Abschreibungsverlusten ja unangetastet, selbst wenn man auch noch die Gebühren des Überweisungsverkehrs als verlustkompensierendes Element hinzunimmt. Was diese Sichtweise in letzter Konsequenz begründet ist ja auch eher der nicht abdingbare Zwang entstandene Verluste auszugleichen, was bei einer existenzgefährdenden Höhe dann die Situation erzeugt, die mit dem Begriff „Bilanzrezession“ sehr vorzüglich charakterisiert wird. Das empirische Phänomen, das die EZB seit längerem beklagt betrifft ja gerade den Umstand, daß sie die Einheitlichkeit der Geldpolitik gefährdet sieht, weil in den Ländern, die unter einem hohen Verlustkompensationszwang stehen, ihre geldpolitischen Maßnahmen überhaupt nicht ankommen. Dafür lediglich persönliche Motivationslagen verantwortlich zu machen oder eine individuelle Verweigerungshaltung von Bankmanagern finde ich ehrlich gesagt als Begründung für die „europäische Geldspaltung“ mehr als dürftig!

      • Hallo Herr Menendez,
        schoen das Sie mir darin zustimmen koennen, dass Zinsen in der beobachtbaren Praxis nur sehr bedingt etwas mit Risikopraemien zu tun haben. Ich moechte auch noch auf einen weiteren, wie ich finde, wesentlichen Unterschied zwischen Versicherungspraemien und Zinsen hinweisen. Die Erhoehung von Versicherungspraemien einer Autovers. in Abhaengigkeit vom Schadensverlauf hat keine direkte Rueckwirkung auf die Wahrscheinlichkeit von Autounfaellen. Eine Zinserhoehung in einem wirtschaftlich angespanntem Umfeld erhoeht aber die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfaellen spuerbar. Damit entsteht ein Dilemma der Art, dass steigende Zinsen die Gefaehrdung fuer den Bestand an ausstehenden Krediten erhoeht und sinkende Zinsen diese zwar senkt aber neue Risiken anlockt. D.h. wenn man Banken, die durch stark steigende Kreditausfaelle bedroht sind retten will, dann muss man die Zinsen senken, um das Kreditausfallrisiko fuer die bestehenden Kredite zu senken und gleichzeitig die Kreditvergabestandards erhoehen, um nicht uebermaessig neue Risiken anzulocken. Damit faellt dann aber der behauptete Transmissionsmechanismus aus, der davon ausgeht, dass eine Zinssenkung auch zu einer erhoehten Kreditvergabe und damit Stimulation der Realwirtschaft fuehrt. Wenn dann noch der Staat, Dank amerikanischer Ratingagenturen und einer fehlerhaften Ideologie, als Schuldner ausfaellt, der diesen ausfallenden Transmissionsmechanismus ersetzen koennte, dann geraet man in eine deflationaere Abwaertsspirale, in der trotz niedriger Zinsen und verschaerfter Kreditvergabestandards die Kreditausfaelle steigen und so der Bankenrettungsprozess zu einem endlosen Drama wird, in dem ganz nebenbei die Realwirtschaft den Bach runter geht.

        Noch ein paar Worte zum Investmentbanking. Wenn Sie sich den von mir zitierten Geschaeftsbericht der Deutschen Bank aus dem Jahr 2007 etwas genauer ansehen, dann wird Ihnen auffallen, dass der ausgewiesene Gewinn vor Steuern in etwa dem Zinsueberschuss entspricht. Man kann also grob vereinfacht sagen, das Investmentbanking der Deutschen Bank ist fuer den Gewinn auf den ersten Blick eine Null Nummer und dient nur als Rechtfertigung fuer die Existenz einer Unzahl aufgeblasener Armanianzuege.
        Man koennte es eindampfen ohne den Gewinn aus dem traditionellen Kreditgeschaeft zu gefaehrden.
        Man muss sich allerdings fragen, warum die Eigner der Bank dies nicht auch so sehen. Und da hilft dann die Frage weiter, wer ist denn Eigner der Deutschen Bank?
        https://www.db.com/ir/de/content/aktionaersstruktur.htm
        Und wie man sieht kommt man Dank einer Indirektion mit dem Namen Institutionelle Anleger nicht weiter. Die Erwaehnung von Black Rock kann man allerdings als Indiz werten.

        Es lohnt sich auch die Geschaeftsberichte der deutschen Bank fuer die Folgejahre, also 2008 bis 2012 zu lesen und sich die Entwicklung der Zinsertraege, der Zinsaufwendeungen und des Zinsueberschusses
        als Zeitreihe anzusehen. Wer dann noch behauptet man koenne in einem krisenhaften Umfeld, gepraegt von historisch niedrigen Leitzinsen, kein Geschaeft mit der Zinsdifferenz machen, dem ist nicht zu helfen. Das diese Entwicklung nichts anderes dokumentiert als die Sanierung einer mehr als miserabel gefuehrten Finanzindustrie auf Kosten der Realwirtschaft und der Allgemeinheit, hatten Sie ja auch schon erwaehnt.

        Viele Gruesse

        Georg Trappe

      • Hallo Herr Trappe,

        es wird schon, wie Sie schreiben, so sein, daß sich die Praxis der Bankwirtschaft nicht so gern mit Risikoprämien beschäftigen möchte, weil man ja doch lieber über die gloriosen Erfolge hinsichtlich zweistelliger Eigenkapitalrenditen schwadroniert, als über die Frage, wie man die Pannen aus den eigenen Einschätzungen aus der Bilanz wieder neutralisiert. Was man auf der anderen Seite nicht ignorieren kann ist, daß es nun mal auch fehlschlagende Projekte gibt, die aufgrund saldenmechanischer Gnadenlosigkeit wieder aus dem volkswirtschaftlichen Finanzzusammenhang entfernt werden müssen. Es kommt nicht so darauf an, ob man das will.

        Außerdem geht es hier auch essentiell um die Auseinandersetzung von Zinserklärungen, die auf einer unterschiedlichen methodologischen Ebene beruhen. Denn eine wesentliche Auseinandersetzung besteht aus der Frage, ob Ökonomie hinreichend analysierbar ist, wenn man die ‚ceteris paribus‘-Klausel selbst für die Analyse makroökonomischer Zusammenhänge für gültig hält. Das hört sich an wie eine ‚contradictio in adjecto‘ und ist es auch, was die ‚mainstream‘-Ökonomen nicht daran hindert eine bereits methodologisch defizitäre Theorie zur Erklärung makroökonomischer Phänomene als richtig zu deklarieren.

        Sie verfangen sich auch ein bißchen in diesem Gestrüpp, weil Ihr Argument, daß eine „Zinserhoehung in einem wirtschaftlich angespanntem Umfeld … die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfaellen spuerbar (erhöht)“ auf der Theorie beruht, die man aus der Finanzierungstheorie als „Methode des internen Zinsfußes“ kennt. Dabei werden die zu vergleichenden Barwerte der Investitionen aus gegebenen Zahlungsreihen abgeleitet, deren Veränderung selbst nicht thematisiert wird – eine klassische c.p.-Analyse. Lassen Sie diese Voraussetzung fallen, fällt Ihr Argument, daß höhere Zinsen die Risiken bestehender Kredite erhöht, in sich zusammen. Dieses Argument läßt sich in kreislauftheoretischer Hinsicht nicht halten. Natürlich könnte man dann argumentieren, daß Zinsen ja keinerlei Nachfragewirkungen entfalten, nur befindet man sich dann in einer ‚ad hoc‘-Argumentation, bei der alles wegdefiniert wird, was der eigenen zu erklärenden These widersprechen würde. Das war genau die Art von Argumentation, die dem Keynesianismus letztlich das Genick gebrochen hat. (Daß kreislauftheoretische Argumente gegenüber dem methodologischen Individualismus keine Gnade finden sieht man sehr schön anhand der Debatte über die Frage der Inzidenz von Gewinnsteuern, was auch unter dem Namen Föhl-Paradoxon firmiert.)

        Übrigends: der „Gewinn aus dem traditionellen Kreditgeschäft“ ist seinerseits ein erklärungsbedürftiges Phänomen, welches ebenfalls nicht so einfach vorausgesetzt werden kann. Denn man muß die c.p.-Klausel fallenlassen, wenn man von mikroökonomischen zu makroökonomischen Fragestellungen wechseln will. Diese Frage firmiert unter dem Stickwort ‚conundrum of profit‘ und ist seit Marx ein vergleichsweise prominentes ökonomisches Theorieproblem. Die Frage ist zwar lösbar, nur stellt sich Profit damit als ein temporäres Umverteilungsphänomen heraus – man muß aber nicht denken, daß eine derartige Erklärung in einer Welt reüssieren wird, die sowieso schon Schwierigkeiten hat, den Zins-/ Profit-/ Gewinnanteil am BIP zu rechtfertigen.

      • Hallo Herr Menendez,
        wenn man den Zinserhoehungszyklus der Fed, der der Krise voraus ging, als Experiment betrachtet, wuerden Sie da einen kausalen Zusammenhang zwischen der Erhoehung der Zinsen und der dann eintretenden Haeufung von Kreditausfaellen erkennen? Wenn nicht, wuerde mich schon interessieren, welche andere(n) Ursache(n) Sie sehen.

        Zinsen erhoehen den Geldbestand derer, die Geld haben und gleichzeitig im gleichen Mass die Schulden der Schuldner. Hoehere Zinsen tun dies in einem hoehren Mass als niedrigere. Damit verschaerfen sie die Situation der Schuldner, die Schwierigkeiten haben fuer ihr Leistungsangebot das Geld zu erhalten, was sie benoetigen, um ihre Kreditvertraege zu erfuellen, denn diese muessen nun entweder einen hoeheren Preis verlangen oder, und das ist in einem angespannten Umfeld gepraegt durch Kostenwettbewerb wahrscheinlicher, mehr los schlagen, um so an das Geld derer zu kommen, die die Zinsen erhalten haben.
        Das die Kreislauftheorie hinten und vorne nicht stimmt, hatten wir doch schon. Die Vorstellung, die Banken seien Durchreichestationen, die das Geld der Sparer an Kreditnehmer weiter reichen ist schlichtweg falsch. Das System ist nicht quellfrei. Bei der Kreditvergabe wird Geld geschoepft und jemandem zur Verfuegung gestellt, der es nachfragewirksam ausgeben will. Und bei den Zinsen wird ebenfalls Geld geschoepft, aber im Unterschied zum Kredit nicht dem gegeben der zuvor keins hatte, sondern dem, der bereits ein Guthaben hat. Damit sind Zinszahlungen weniger bis garnicht nachfragewirksam. Sie verstaerken nur das Problem, dass es nicht zu dem ausreichenden Geldfluss zwischen Guthabeninhabern und verschuldeten Leistungsanbietern kommt, der fuer eine vertragsgerechte Bedienung der Kredite notwendig ist. Das liegt u.a. daran, das Guthabeninhaber auch Leistungsanbieter sind und zwar die wirtschaftlich staerkeren. Waere das nicht so, dann haetten sie keine Guthaben. Damit kommt es zu einer Polarisierung/Ausdifferenzierung, bei der letztendlich die Schwaecheren nur noch durch Kreditausweitung im Spiel gehalten werden koennen. Das geht soweit, das fuer die Schwaechsten der Staat stellvertretend Kredit aufnimmt und an diese in Form von ALG, Zuschuessen zur Rentenvers. usw. usf. auszahlt.

        So gesehen sind Zinsen keine Risikopraemie, die der Risikovorsorge dienen, sondern ein Faktor, der das fundamentale Problem des bestehenden Systems verstaerkt.

        Viele Gruesse
        Georg Trappe

      • Hallo Herr Trappe,

        es ist ja durchaus richtig, daß höhere Zinsen systematisch höhere Kosten erzeugen, die dann auch zu mehr Insolvenzen führen können. Das ist ja nicht strittig und ist auch nicht das, was ich mit diesem Blogpost sagen wollte. Denn es ging ja darum eine Begründung dafür zu finden, warum Banken das so handhaben, obwohl sie damit ihr eigenes Aktivportfolio schwächen – was sie sicherlich auch genau wissen, aber dennoch in der Rezession nicht auf eine Strategie der Lockerung der Kreditbedingungen übergehen. Es ist ja nicht meine Schuld, daß die Banken wenn man so will prozyklisch agieren und lediglich die Zentralbank versucht dem entgegenzuwirken, ohne dabei viel ausrichten zu können. Es ist doch dieser Befund, welcher zu erklären ist, während die gleichgewichtsorientierte Zinstheorie bei einem Konsumrückgang eine höheres Kreditangebot und damit niedrigere Zinsen ableiten will. (Allerdings kann man auf diese Weise auch alle anderen möglichen Tendenzen ableiten.) Hier ist ein schönes Beispiel dafür:
        http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/05/08/die-kalte-enteignung-der-sparer_6025/comment-page-14#comment-89469

        Die Kreislauftheorie stimmt dann nicht, wenn man aus ihr die Veränderung der Bestände (stocks) herausnimmt, denn diese spielen ja bei bei der Veränderung der Ströme (flows) eine entscheidende Rolle. Deswegen war ja auch der „Hydraulik-Keynesianismus“ so angreifbar, der Tobin´sche Rettungsversuch kam da viel zu spät. Ordentliche ’stock-flow‘-Modelle trifft ihre Kritik nicht, da sämtliche Entwicklungen die Sie anführen damit analysiert werden können. Der Vorteil derartiger Modelle ist, daß man sich über die Annahmen hinsichtlich der gewählten Parameter sehr bewußt sein muß und auch einen gewissen Respekt davor entwickelt, was die Verwendung „evidenter“ oder „unvermeidbarer“ oder „zwingender“ Parametrisierungen angeht. Es kann auch alles anders kommen…

        „So gesehen sind Zinsen keine Risikoprämie…“ Ich weiß nicht, ob man damit die gesamte Bankbetriebslehre beeindrucken kann, denn ein Großteil der Bankentätigkeit besteht nun mal daraus Risiken zu identifizieren und entsprechend zu bewerten – und natürlich auch zu bepreisen. Ich verstehe ja, daß Sie mit Ihrem Ansatz die Zinsen als Einkommenselement interpretieren müssen, weil Sie ja damit die Vermögenskonzentrationsprozesse ableiten wollen. Damit argumentieren Sie aus der Sicht der individualistischen Zinstheorie und befinden sich damit fest auf dem Boden der neoklassischen Ökonomie. Zinsen als Risikoprämie einerseits und Kreditausfallneutralisierungsinstrument andererseits ist mit „normalem“ Ökonomieargumenten nicht darstellbar, deswegen muß man es ja nicht gleich ablehnen.

      • Hallo Herr Menendez,
        Sie schrieben :
        „Ordentliche ‘stock-flow’-Modelle trifft ihre Kritik nicht, da sämtliche Entwicklungen die Sie anführen damit analysiert werden können. Der Vorteil derartiger Modelle ist, daß man sich über die Annahmen hinsichtlich der gewählten Parameter sehr bewußt sein muß und auch einen gewissen Respekt davor entwickelt, was die Verwendung “evidenter” oder “unvermeidbarer” oder “zwingender” Parametrisierungen angeht. Es kann auch alles anders kommen…“
        Das moechte ich zehnmal zustimmend unterstreichen. Insbesondere Ihre Aussage zum Respekt vor der Wahl der Parameter. Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Und wenn man das realisiert hat, fragt man sich, wie es sein kann, dass man in den Banken so leichtfuessig „Finanzinnovationen“ entwickelt und massenhaft an den Mann bringt, die dieses zum Chaos faehige Gebilde in seiner Komplexitaet weiter voran treiben. Es genuegen drei gekoppelte Differentialgleichungen, also drei stocks, die ueber vier flows miteinander verbunden sind, um ein chaosfaehiges System zu kreieren. Eine interessante Frage ist, welche Topologie und welche Parameter(kombinationen) erzeugen Chaos und welche Stabilitaet (was auch zyklisches Verhalten umfasst). Wenn Sie das interessiert, dann moechten Sie vielleicht einen Blick auf die Seite von J.C. Sprott werfen, der dazu sehr viel veroeffentlicht hat.
        http://sprott.physics.wisc.edu/pubs.htm

        Eine Schwaeche der stock flow Modelle moechte ich aber nicht unerwaehnt lassen. Sie implizieren das die Beschreibarkeit durch makroskopische Zustandsgroessen gegeben ist und diese nicht durch Veraenderungen auf der Mikroeben beeinflusst werden. D.h. z.B. raeumliche Verteilungen muessen bekannt und zeitinvariant sein. Die Trajektorie eines Schiffes dessen Bewegung als Massepunkt in einem dreidimensionalen Raum dargestellt wird, aendert sich aber, wenn die Verteilung der Masse (z.B.Ladung) im Schiff nicht als zeitinvariant angenommen werden kann. Wenn also ein Oeltanker seine Ladung nicht durch Kammern einigermassen homogen verteilt haelt, dann ist die Annahme, dass man den Tanker immer als konzentrierten Massepunkt mit x Tonnen Mitschiffs darstellen kann unzutreffend. Denn dann koennen z.B. bei einem Bremsmanoever Teile der Ladung Richtung Bug fliessen und so nicht nur die Lage des Schwerpunktes signifkant verschieben sondern auch die sonstigen Parameter des Schiffes massiv beeinflussen.
        Daraus entsteht eine aeusserst kniffelige Sache die die Aussagekraft der Modelle bei hoher Empfindlichkeit auf davon betroffene Parametervariationen in Frage stellen kann.
        Aber das nur am Rande von Modellbauer zu Modellbauer.

        Viele Gruesse
        Georg Trappe

  4. Oliver

    Und wie verhält es sich mit der Zahlungsfähigkeit, bzw. dem Ausfallrisiko, der bestehenden Kreditoren bei steigenden Zinsen? Diese Seite der Rechnung haben Sie komplett ausgelassen.

    Und ich finde auch nicht, dass man Zinspolitik mit der ‚loanable funds‘ Theorie, also der Entlöhung der Sparer für die Bereitsstellung ihrer Ersparnisse, erklären muss. Man kann genausogut mit Monetarismus, bzw, Steuerung des Geldmengenwachstums, oder mit Beeinflussung von Inflationserwartungen argumentieren. Oder sogar, welch Frevel, das Finanzwesen mit in Betracht ziehen. Aber egal, wie man esw betrachtete, wenn man die Privatwirtschaft rein buchhalterisch betrachtet, kommt es sowieso nicht darauf an, wie hoch die Zinsen sind. Des einen Ausgabe ist des anderen Einkommen.

    Ausserdem reden Sie hier nur von einem Zinssatz. Banken arbeiten aber bekanntermassen mit dem Spread, also dem Unterschied zwischen dem Zins, den sie bei der ZB bzw. auf dem Interbankenmarkt bezahlen und dem, den sie für Kredite bekommen. Der Leitzins beeinflusst den Spread nur indirekt.

    Im Falle einer Systemkrise würde ich argumentieren, dass es durchaus Sinn macht, Zinszahlungen von Schuldnern auf die lange Bank zu schieben, bis sich ihre Writschaftslage dahingehend verbessert hat, dass sie auch bei höheren Zinsen zahlungsfähig bleiben. Insbesondere wenn die Schuldner vor allem private Haushalte sind. Dass Zinssenkungen dabei nur einen marginalen Effekt auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach neuen Krediten hat, widserspricht sich überhaupt nicht. Noch die Feststellung, dass höhere Zinsen generell, oder zumindest innerhalb eines vertretbaren Zinsbandes und während Wachstumsphasen, nur unbedeutend zu einer geringeren Nachfrage nach neuen Krediten führen. Buchhalterisch betrachtet, gibt es sogar einen netto Einkommenskanal für die Privatwirtschaft / Haushalte über höhere Zinszahlungen auf Staatsanleihen. Höhere Zinsen können also ’stimulierend‘ wirken. Aber auch das widerspricht sich nicht.

    Und gehen Sie eigentlich davon aus, dass Schulden zurückbezahlt werden, bzw. werden müssen?

    • Es macht ein bißchen den Eindruck, als hätten Sie den Sinn der Übung noch nicht vollständig realisiert, denn es geht hier nicht um die alten kontroversen Linien, sondern um die Frage, ob es jenseits des Postulats des methodologischen Individualismus noch eine andere Möglichkeit gibt zu einer Begründung für den Zinssatz auf Bankenkredite zu kommen. Die ‚loanable funds‘ Geschichte steht dabei fest auf dem Boden der individualistischen Präferenztheorie, ebenso wie sich die Liquiditätspräferenztheorie des Keynesianismus auf der gleichen methodologischen Ebene wiederfindet. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, daß diese Kontroverse so überaus unfruchtbar war, da es sich hierbei nur um gespiegelte Facetten des gleichen Denkansatzes handelt. Ähnlich sinnlos wie die Debatten um ‚inside money‘ und ‚outside money‘, weil es sich dabei um zwei verschiedene Dinge handelt, die blödsinnigerweise beide als ‚money‘ bezeichnet werden, obwohl es sich dabei um Zentralbankgeld einerseits und Kreditforderungen bzw. -verbindlichkeiten andererseits handelt.

      Die Zinspolitik hatte ich auch nur als Kontrapunkt insoweit angesprochen, als Zentralbanken immer wieder versuchen den Grundtendenzen der Zinsveränderungen entgegenzuwirken und feststellen, daß die beabsichtigten Effekte nicht so wirklich ankommen. Das läßt sich anhand der gegenwärtigen Zickigkeit der EZB hervorragend studieren. Dadurch wird das eigentliche Argument, daß Zinsen zur Verlustabdeckung für Kreditabschreibungen (mit) herhalten müssen ja überhaupt nicht berührt, sondern verweist auf eine ökonomische Struktur, die sich von der Grundanlage her gesehen mit einer Risikoversicherung deckt. Der interessante Aspekt dabei ist ja, daß sich eine derartige Konstellation nicht unbedingt mit individueller Präferenzmaximierung begründen läßt, weil sich jeder Kreditnehmer besser stellen würde, wenn (nur) er keine Prämien (Zinsen) bezahlen würde. Wenn man so will handelt es sich hierbei um eine Internalisierung der Schäden (Abschreibungsverluste), die halt jedem aufgebürdet wird, weil die fundamentale Zukunftsunsicherheit es nicht erlaubt einem Kreditnehmer einen Nullzins zu garantieren, solange die Verlustwahrscheinlichkeit größer Null ist. Sie können es ja auch so sehen, daß durch die Interpretation von Zinszahlungen als Risikoprämien die weitverbreitete Lehre, daß Zinsen einen Risikoanteil aufweisen würden, überhaupt mal ernst genommen wird. (Und dazu kommt natürlich noch das ‚caveat‘, daß Zinsen als Nettoeinkommen gesamtgesellschaftlich immer unter dem Vorbehalt stehen, daß es ein gesamtgesellschaftliches Nettogeldvermögen (praktisch) nicht gibt.) Zinszahlungen lassen sich bezogen auf den Risikoanteil halt nur sehr schlecht als Ausdruck individueller Präferenzrealisierung fassen.

      Schuldenrückzahlung: Individuell geht es stets um die Fähigkeit zur Bedienung von Schulden, wobei sogar individuell gelegentlich eine Rückzahlung entbehrlich ist, soweit die Bilanzverhältnisse eine Fortführung ungefährlich erscheinen lassen. Insofern geht es mehr um die Frage der Schuldenbedienungsfähigkeit, die ja regelmäßig durch Konjunkturabschwünge getestet wird. Was man dabei nicht vergessen darf ist, daß Schulden die Grundlage der Einkommensbildung sind und daher eine allgemeine Schuldenkontraktion zu einer Verringerung (des Wachstums) des BIP führen. Wie hat es Thomas Strobel als Buchtitel formuliert? „Ohne Schulden läuft nichts!“

      • Oliver

        Es macht ein bißchen den Eindruck, als hätten Sie den Sinn der Übung noch nicht vollständig realisiert,…

        Ja vielleicht. Meinen Sie das?:

        Das Angebot der Banken an Krediten nimmt ab, weil die schlechte Wirtschaftslage die Bilanzen der Banken verschlechtert (Kredite werden nicht zurückbezahlt und weitere Anlagen verlieren an Wert). Das Risiko für die Vergabe von neuen Krediten steigt, weshalb solche weniger und zu deutlich höheren Zinssätzen vergeben werden. Die Nachfrage der Unternehmen nach Krediten nimmt ab, weil die Unternehmen Schulden abbauen müssen, weil die Kredite zu teuer sind und weil die Wirtschaftslage und damit die Absatzchancen so schlecht sind. Die Folge sind weniger Kredite und Investitionen. Das ist aber wiederum die Ursache einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage, was von der Angebots- wie von der Nachfrageseite zu noch geringeren Krediten und Investitionen führt.

        Plus die Feststellung, dass die ZB dagegen nicht ankommt, egal wie tief ihre Zinsen sind? Kurz, dass sich das Finanzwesen prozyklisch verhält?

        In dem Fall bin ich voll und ganz einverstanden. Ich sehe allerdings nicht, inwiefern das kontrovers sein soll. Im Prinzip Minsky 101. Und dass sich die gängige ökonomische Lehre ständig selber widerspricht ist auch nichts Neues. Allerdings habe ich ein kleines Problem mit der Analyse, dass Zinsen die von Ihnen definiert Aufgabe der Risikoversicherng tatsächlich erfüllen können. Erstens wegen der genannten Prozyklität, d.h. dann wenn die Risiken Systemweit am grössten sind, werden die wenigsten Rückstellungen getätigt. Und zweitens sehe ich hier das Sparparadoxon am Werk. Wenn Systemweit Rückstellungen für Risiken getätigt werden, führt dies zu einer geringeren Nachfrage (da ja wie gesagt Gespartes nicht zu Investitionen führt, sondern die Kausalität anders herum verläuft), was wiederum die bereits getätigten Investitionen weniger rentabel werden lässt, spricht das Systemrisiko erhöht.

      • Die Beschreibung, die Sie zitieren, ist klingt auf den ersten Blick ganz ordentlich und der von Ihnen geäußerte Vorwurf der Prozyklizität ist ebenfalls durchaus berechtigt. Man muß allerdings schon genau hinsehen, bevor man sich auf derartige „Beweisführungen“ einläßt. Denn solche „Teufelskreistheorien“ haben immer einen ganz großen Haken: sie erklären nicht, warum die Menschheit überhaupt noch existiert. Oder anders gesagt ist dabei nie klar, ob oder wann es den Umkehrpunkt gibt, an dem sich die Geschichte wieder in einen ‚circulus virtiosus‘ dreht. Da gefällt mir die „Volterra-Lotka“-Interpretation Minskys von Keen schon besser.

        Der springende Punkt liegt jedoch wie schon gesagt einerseits in der Frage der methodologischen Fundierung (mit c.p.-Klausel oder ohne), andererseits auch in der Frage, was die Quelle der Kreditvergabe ist. Letzteres betrifft die Frage, was sich hinter der I=S Geschichte verbirgt, denn die Logik S => I fokussiert eindeutig auf den Zins als Einkommenselement, da wie in der Erstausstattungstheorie die Haushalte ihre Ressourcen ökonomisieren, während die Version I => S zu dem Konzept gehört, Zinsen als Neutralisierungsinstrument fehlgeschlagener Investitionsprojekte zu konzipieren. Es handelt sich hierbei auch um unterschiedliche Geldtheorien, Tauschmitteltheorie (Quantitätstheorie) einerseits und die Kreditgeldtheorie andererseits.

        (Über ihr Argument, daß „dann, wenn die Risiken systemweit am größten sind … die wenigsten Rückstellungen getätigt (werden)“, sollten Sie noch mal nachdenken. Nein, ich meine nicht Rückstellungen vs. Rücklagen!)

      • Oliver

        Na ja, das Wort Prozyklizität enthält schon den Wendepunkt. Das haben Zyklen so an sich. Und zu Keen: ich halte viel von ihm und seiner Analyse, ausser dass sein Modell soweit ich weiss bisher noch keinen Staats- und keinen externen Sektor beinhaltet. Aber ich halte es für ziemlich fraglich, wenn man eine solche Feststellung aus der Biologie (Volterra-Lotka musste ich nachschauen) als Ausrede für laissez faire Politik benutzt, falls es das ist, worauf Sie hinaus wollen. Auf Englisch nennt man das ‚appeal to nature‘.

        Von der Kreditgeldtheorie und der Logik ‚loans create deposits‘ müssen Sie mich nicht überzeugen. Das bin ich bereits.

        Was stört Sie an meinem Argument? In meinen Augen habe ich mich lediglich in einer Umschreibung von ’stability breeds instability‘ geübt. Das scheint mir als Grundthese wenig kontrovers.

      • Nee, den ‚appeal to nature‘ überlasse ich den Kreationisten, die können das besser.🙂

        Vielleicht ist bei Ihnen der Schwerpunkt anders gesetzt: daß durch Zinsen (wie andere Erträge auch) die Verluste aus Kreditabschreibungen aufgefangen werden müssen, kann ja nicht strittig sein. Es ist jedoch richtig darauf hinzuweisen, daß das nur in „ruhigen“ Konjunkturphasen funktioniert aber in schweren Rezessionen dann nicht mehr klappt, wenn der Abschreibungsbedarf durch vergangene (Rücklagen) und zukünftige Erträge nicht mehr kompensiert werden kann. Für den letzteren Fall muß man sich sowieso andere Kompensationsformen zurechtlegen, wobei nicht nur Änderungen an der Gläubigerstruktur vorgenommen werden müssen, um die Bilanzrelationen wieder in eine solide Lage zu bringen, sondern es auch neue Gläubiger braucht, um die Liquiditätslage wieder in Ordnung zu bringen. Beiden Varianten ist jedoch gemeinsam, daß ein Modus der Kompensation gefunden werden muß, da kommt man nicht drum herum.

  5. Vielen Dank für diese schon seit Langem fällige Klarstellung. Es gibt keinen risikofreien Zinsanspruch! Wir glauben nur – weil uns das ja immer wieder von schlauen Leuten erzählt wird und eine ständige Wiederholung irgendwann zum Glauben wird –, dass wir einen solchen Anspruch hätten. Auch die aktuelle Medienhysterie unterstützt diese Sichtweise, indem immer wieder in diesem Zusammenhang von der Enteignung der Sparer fabuliert wird.

    Die Enteignung hat aber an ganz anderer Stelle in der Vergangenheit stattgefunden. Nämlich bei der Ausschüttung von Boni und überhöhten Gehältern parasitärer Analysten und sonstiger Produktinnovationskreationisten, die das Werk des ‚blankfeinen‘ Zinsgottes vollenden mussten. Ein großer Teil hiervon stand aber garnicht für Auszahlungen zur Verfügung, sondern hätte als Rückstellung für Risiken aus der Kreditvergabe verbucht werden müssen. Nun sind die Banken aber ausgecasht und der Steuerzahler darf eintreten.

    Ich bin mir nicht so sicher, ob es einen wirklichen Widerspruch zur klassischen Theorie gibt. Warum? In einer Mangelwirtschaft (z. B. nach einem Krieg) sind Güter knapp, der Kapitalstock gering und eine Erhöhung des Kapitalstocks kann dann tatsächlich nur durch Konsumverzicht erreicht werden. Und so gesehen ist dann ein Teil des Zinssatzes als Kompensation für meinen Konsumverzicht zu sehen.

    Nun sind bei uns aber schon seit langer Zeit Ersparnisüberschüsse in Kombination mit Überkapazitäten vorhanden. Da gibt es also keinen Konsumverzicht mehr. Und alles was im Überfluss vorhanden ist, muss im Preis fallen. Der Preis fällt so lange, bis sich (Wettbewerb vorausgesetzt und Libor- sowie Euribor-Manipulationen ausgeschlossen) alle Gewinnanteile wegkonkurriert haben. Und so bleiben letztlich nur noch zwei bedeutsame Zinsanteile übrig. Der eine berücksichtigt die Kosten der Kreditvergabe (Gehälter und sonstige Kosten einer Bank), der andere berücksichtigt eben das Risiko. Die Risikokomponente wird durch viele Faktoren beeinflusst, die Kosten vor allem durch den Wettbewerb. Und da gibt es sicherlich noch einiges an Kostensenkungspotential.

    Aber der Zins als Einkommen für Sparer in gesättigten Märkten gehört schon lange auf den Müllhaufen der Geschichte. Dies ist der eigentliche „Zinsfehler“ im System. Dies ist aus meiner Sicht aber kein Widerspruch zur allgemeinen Gleichgewichtstheorie, sondern eher die Folge einer Zinseinkommensirrlehre, die als normative Kraft des Faktischen die drei Anteile (Einkommen, Kosten und Risiko) unzulässig vermischt hat.

    Über den Leitzins hat die Zentralbank in der Tat kaum messbare Möglichkeiten der Zinsbeeinflussung (-0,25 % bei 1 % Mindestreserve!). Das geht doch wohl nur durch eine Begrenzung der Kreditvergabemöglichkeiten der Banken im Wege einer Veränderung des Mindestreservesatzes (aber nicht bei homöopathischen Dosen) oder durch stringentere Vorschriften bei der Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken. Ansonsten sind Leitzinsänderungen der Zentralbanken doch eher eine reaktive Anpassungsveranstaltung auf Marktveränderungen mit hohem medialem Erregungscharakter. In Deutschland würden aber selbst solche Maßnahmen kaum noch reale Wirkungen zeigen, da wir durch unsere Leistungsbilanzüberschüsse der Vergangenheit in Zentralbankgeld geradezu schwimmen. Wie haben Sie an anderer Stelle so schön geschrieben: „Sie können vom Unendlichen beliebig viel wegnehmen oder hinzufügen: die Unendlichkeit wird dadurch nicht berührt.“

    • Der Widerspruch zur klassischen Theorie ergibt sich einmal aus der methodologischen Umorientierung, daß Zinsen als ein soziales Element der geldwirtschaftlichen Organisation angesehen werden können. Sozial natürlich in dem Sinne, daß die quasi mit Sicherheit auftretenden Schäden (Kreditabschreibungen) irgendwie neutralisiert werden müssen und es sich somit um eine Gemeinschaftsaufgabe handelt. Das hängt natürlich noch an der anderen Geschichte durch welche Kriterien die Einräumung von Krediten (Verfügungsmöglichkeiten über Zentralbankgeld) begrenzt werden kann, weil die prinzipielle Unendlichkeit des Geldvolumens es entbehrlich macht, die Verfügbarkeit von Krediten an den ‚goodwill‘ von Sparern zu binden. Doch wenn man sich von der Theorie loseisen will, daß die Sparer die bindende Restriktion für Investitionen sind, muß auf der anderen Seite auch ein Arrangement her, welches gewährleistet, daß Kredit auch tatsächlich zu einer realen Leistungserstellung führt und so der Wert des Geldes als Schuldentilgungsmittel erhalten bleibt. Wie ich an anderer Stelle schrieb ist der Schuldendruck dasjenige ‚feature‘ des Kreditgeldkapitalismus, welches es entbehrlich macht für Geld noch eine zusätzliche „Deckung“ einzurichten. In gleicher Weise gewährleisten Zinsen, daß ausgereichte Kredite, die nicht zu einer (erfolgreichen) Leistungserstellung führen und die somit Zahlungsmöglichkeiten geschaffen haben, denen kein entsprechendes Leistungsangebot gegenübergestellt wurde, durch die gemeinschaftliche „Risikovorsorge Zinsen“ aus dem gesamtgesellschaftlichen Vermögenszusammenhang wieder neutralisiert werden. Solche Überlegungen können Sie mit der klassischen Theorie bzw. klassischen Ökonomen nicht führen, das wird von denen nicht mal mit spitzen Fingern angefaßt!

      Die Absenkung des Zinseinkommens auf gesättigten Märkten zieht sich als Idee quer durch die Wirtschaftstheorie, ob nun bei Marx als säkulare Verminderung der Profitrate, in der Neoklassik als Senkung der Grenzproduktivität im Zuge der Entknappung von Realkapital (was allerdings mit Geld nichts zu tun hat), bei Keynes hieß es die „Euthanasie der Rentiers“, während Schumpeter das zinslose Gleichgewicht als das Verschwinden von Produktivitätsrenten interpretiert hat. Die hier angerissene Konzeption von Zinsen als Risikobeitrag aller Kreditnehmer ist dagegen geeignet zu begründen, warum es einen permanenten positiven Zins geben muß, der eben nicht der Befriedigung persönlicher Einkommensinteressen dient, sondern die Funktionsfähigkeit des Kreditgeldkapitalismus garantiert – zumindest solange es nicht möglich ist in die Zukunft zu schauen. Im Falle einer Zukunftsunsicherheit von Null wird auch dieser Zinsanteil postwendend entbehrlich. Das könnte allerdings noch einige Zeit dauern – die Piraten mit ihren „Zeitreisen“ arbeiten aber schon daran…🙂

      BTW: Die Sache mit der Mangelwirtschaft wie nach dem 2. WK ändert an diesem Prinzip nichts. Der Unterschied besteht ja daraus, daß eine Knappheit des Angebots (der Nachholbedarf) zu Knappheitsrenten bei den Unternehmen führt, die dann als unverteilte Gewinne reinvestiert die Einkommens- und Vermögensverteilung sofort wieder in eine Schlagseite bringen. Lautenbach hat das seinerzeit für die Nachkriegszeit prognostiziert wo sich andere noch unsinnigerweise einen Kopf darum gemacht haben, wie man die Investitionen zu der Zeit finanzieren sollte. Die klassische Theorie vom Sparer als Quelle von Investitionen hat auch schon damals nicht gestimmt – das Wirtschaftswunder hat sich also (fast) ohne Hilfe von Ökonomen so entwickelt!

      • rubycon

        „Die hier angerissene Konzeption von Zinsen als Risikobeitrag aller Kreditnehmer ist dagegen geeignet zu begründen, warum es einen permanenten positiven Zins geben muß, der eben nicht der Befriedigung persönlicher Einkommensinteressen dient, sondern die Funktionsfähigkeit des Kreditgeldkapitalismus garantiert – zumindest solange es nicht möglich ist in die Zukunft zu schauen. “

        Würde sagen für diese Aussage gibt es den virtuellen Bloggernobelpreis !
        Wie reagieren wir auf die Konsequenzen der Wirkungen verschiedenster Ausprägung?

      • @rubycon
        Vorsichtig! Die Vergleiche mit der Versicherungswirtschaft sind meiner Meinung nach aus verschiedenen Gruenden gefaehrlich bis irrefuehrend. Und das liegt u.a. an Rueckkopplungen, die es so bei Sachversicherungen nicht gibt (s.o.). Man kann sogar soweit gehen und sagen, das beim Geld gesamtwirtschaftlich betrachtet die Risikovorsorge (offensichtlich nicht die der Banken) uebertrieben wird und so zum Problem wird. Denn wenn man mal die unsichere Zukunft als Motiv zur (exzessiven) Ansammlung von zur Umlauffaehigkeit veredelten Forderungen unterstellt, dann faellt auf, dass diejenigen, denen eine solche Risikovorsorge gelingt, ihr Unterfangen dadurch untergraben, indem sie das, was den Geldwert aus macht, damit gleichzeitig verunmoeglichen. Herr Menendez weisst immer darauf hin, wenn ich ihn richtig verstanden habe, dass Geld seinen Wert daraus bezieht, das Schuldner in der Lage und willens sind, ihre Schulden zu bedienen, in dem sie erfolgreich Waren und Leistungen anbieten und dafuer hoffentlich das Geld bekommen, was zur Bedienung der Schulden, also mindestens der Zinszahlungen, erforderlich ist. Wenn nun aber die ueber alle Massen erfolgreichen Risikovorsorger nicht nur das Geld nicht mit der Rate freigeben, wie es die zuvor geschlossenen Kreditvertraege der Schuldner erfordern, sondern sogar weiteres Geld via Zinsen (und Gewinn aus Realgeschaeften) zur Risikovorsorge akkumulieren, dann verlieren die Schuldner zwangslaeufig ihre Faehigkeit die gemachten Schulden zu bedienen und damit verliert das zur Risikovorsorge akkumulierte Geld seinen Wert. Das Ganze verschaerft sich meiner Meinung nach durch Konzentrationsprozesse, die dahingehend wirken, dass erfolgreiche Risikovorsorger, Geldakkumlateure, auch sehr erfolgreiche und damit dominierende Realleister und damit Konkurrenten der Schuldner / schuldengetriebenen Leistungsanbieter sind.

        Wenn alles in Truemmern liegt hilft nur die Bank, die den Start vorfinanziert. Die erfolgreichsten entschulden sich im Laufe der Zeit und beginnen mit der Risikovorsorge (Akkumlation). Den weniger Erfolgreichen gelingt noch eine Entschuldung aber keine Risikovorsorge und damit muss es zwangslaeufig Erfolglose geben, die nicht nur in den Schulden stecken bleiben sondern in dem Mass wie die Risikovorsorge der Erfolgreichen voranschreitet ihre Faehigkeit der Schuldenbedienung verlieren. Das aendert man ueberigens auch nicht durch die Flucht nach vorne, indem man die Bilanzsumme der Banken immer weiter wachsen laesst. Auch CDS helfen nicht und die Betrachtung der Zinsen als Risikopraemie auch nicht.

        Viele Gruesse
        Georg Trappe

  6. Hier noch ein Indiz dafuer, warum es den meisten Menschen soviel Spass macht, zur Umlauffaehigkeit veredelte Forderungen zu sammeln.
    http://www.brookings.edu/research/interactives/2013/income-well-being
    Nicht ganz unschuldig an diesem Enthusiasmus duerften nicht nur die Werbeaussagen der Banken und anderer professioneller „Geldvermehrer“ sein, sondern auch die zahlreichen Aufrufe zur privaten Risikovorsorge.
    Leider verlieren alle dabei aus dem Auge, wie oben schon ausgefuehrt, was den Wert des Geldes ausmacht. Dass dieser, so gesehen etwas unueberlegte Sport, dauerhaft betrieben, jedes Kreditgeldsystem trotz „Risikopraemie“ frueher oder spaeter aus den Angeln hebt, weil dieser Wettbewerb um „Mehr“ ueber einen multiplikativen stochastischen Prozess eine zunehemende Konzentration des Spassmachers Geld bewirkt und so den zur Werterhaltung notwendigen Rueckfluss an verschuldete Leistungsanbieter verunmoeglicht, entgeht den „Experten“.
    Das ist aber nicht unbedingt ein Fehler des Kreditgeldsystems.
    Die Schluesselbeobachtung, die dieses fuer das Kreditgeldsystem fatale Phaenomen aufdeckt, ist die Tatsache, dass die erfolgreichsten Waren- u. Leistungsanbieter gleichzeitig die Inhaber der groessten Geldvermoegen sind. D.h. das Geld fliesst zunehmend dahin wo es am wenigsten zu seinem ultimativen Zweck, der Schuldentilgung, benoetigt wird. Eine Wirtschaftspolitik, die die Entstehung solcher „National Champions“ und die damit verbundene Oligopolisierung foerdert oder gar den internationalen Wettbewerb um monetaere Ueberschuesse ausruft, killt so die Existenzgrundlage des Kreditgeldsystems.

    Viele Gruesse
    Georg Trappe

    • rubycon

      @ GT
      Die von Keynesianern vernachlässigte Fortschrittsentwicklung (Innovationsfähigkeit) kann mit immer wieder neuem Wachstum auch nur über Zinsen der Investitionen realisiert werden. Hier greift das Zins-Wachstums-Differential, das wenigstens die Wertberichtigungsquote als Eigenkapitalzins kompensieren muss. Das kann über Flows = laufend oder Stocks mit Zeitverschiebung über Bilanzen mit Anfangsbeständen sowie offenen Endständen in der Zukunft, die anzupassen sein werden, geschehen (Vorgriffe). Saldobestände, -annahmen sind kalkulatorische Einigungen über die vermutlichen Höhen (Finanzpläne mit theoretischen Annahmen – Kruschwitz). Es bleibt zur VWL aggregierte BWL und eine politische Diskussion.
      Dazu kommen andere von Soffi verwiesene Gründe(25) für Verzinsung dazu, die möglich sein können und sich in den angenommenen Zahlungsströmen der Investitionsrechnung konkretisieren …

      • Wenn man eine Bank mit einer Versicherung vergleicht, werden schon deutliche Unterschiede sichtbar. Aber auch eine Versicherung wird nach einem Grosschaden, der nicht aus den laufenden Praemienzufluessen reguliert werden konnte, sondern das Kapital angegriffen hat, die Praemien erhoehen um den Kapitalstock wieder aufzufuellen. Dabei kommt mir eine interessante Frage in den Sinn. Kalkuliert die Versicherung auch das Ausfallrisiko der Kapitalanlage ein und wenn ja wie? Per Ratingagentur?

        Viele Gruesse
        GT

  7. rubycon

    @ GT
    Habe mal ein paar Funktionen bei Sprott nachgeblättert :
    http://sprott.physics.wisc.edu/phys505/lect03.htm
    Auf der Suche nach Gleichgewichten, die verbal zu beschreiben, definieren wären – graphisch sind wir ja einschränkt – Multi…

  8. rubycon

    @ GT
    zum Einstieg in die Versicherungsaufsicht mit Risikomanagement
    http://www.bafin.de/DE/Aufsicht/VersichererPensionsfonds/Risikomanagement/risikomanagement_node.html
    Ein weites Feld zum beurteilen von wirtschaftlichem Handeln.

  9. @rubycon
    Vielen Dank fuer den Hinweis auf die MARisk der Bafin. Ganz besonders dankbar bin ich Ihnen fuer die Erinnerung an die Inhalte der Mathematikstunden der Sekundarstufe 2. Daraus schliesse ich, dass wir uns verstanden haben. Sie deuteten es ja bereits weiter oben an, „Es bleibt zur VWL aggregierte BWL und eine politische Diskussion.“(ueber die Folgen).

    So wie es aussieht scheinen aber immer wieder Leute ueberrascht zu sein, welches Ergebnis entsteht, wenn alle BWL betreiben/umsetzen.
    Sie und ich natuerlich nicht, wir wussten das schon seit der 11. Klasse, oder? Vielleicht hilft Ihnen das weiter:

    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/09/ergodizitaet-und-multiplikative-prozesse.html

    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/10/ergaenzung.html

    • rubycon

      Als Praktiker ergibt sich die Anpassung für die kalkulatorische Verzinsung einer technischen Anlage über lange Zeiträume unterschiedlicher meist wachsender Höhen aber auch Sprüngen, rechtlichen Anpassungszeiträumen (1-4 Jahre) sowie den Quellen der Finanzierung und ihrer Erneuerung (EK, FK, Zuschüsse, Beiträge). Eine gezielte Modellrechnung geht ins Ungewisse, die Nachkalkulation zeigt die Vergangenheit und kann als Grundlage zur Verringerung der zukünftigen Unsicherheit dienen. Hier wird nicht gespielt hier werden Annahmen versucht in Zahlungsreihen zu formulieren. Diese müssen rechtlich verbindlich sein. Die Maßstäbe dazu festzulegen und zu beurteilen – wer traut sich das zu . 3% oder gar 7%? Zeitraumperspektive oder Ensembleperspektive (Ole Peters) – ein reines Konglomerat !
      Mercie Bien – Zeit zum Nachdenken und gewichten – Sensitivitätsanalyse.
      In Search of Excellense.

  10. Das Buch von Peters und Waterman hat ja eine gewisse Reputation.
    http://www.fastcompany.com/44077/tom-peterss-true-confessions
    Chapmam’s „In Search of Stupidity“ kennen da schon weniger.
    Wie dem auch sei, ich mochte an Sie und Herrn Menendez noch ein paar Hinweise los werden, die Ihnen vielleicht weiterhelfen. Das hat jetzt zwar nichts direkt mit Zinsen und Risikovorsorge im Sinne des Artikels zu tun, aber mit stock flow models und Makro- vs. Mikrobetrachtung. Ich hatte es ja schon oben am Beispiel des Tankers angedeutet, wo eins der Probleme von stock flow Modellen liegt, das man kennen muss, um richtig mit ihnen umzugehen bzw. ihre Ergebnisse angemessen zu wuerdigen.
    Ingenieure gehen im Fall eines Tankers, einer Autokarosserie oder einer Flugzeugtragflaeche dann hin und „atomisieren“ den Tanker, das Auto oder die Tragflaeche, indem sie das zu untersuchende Objekt in Volumenelemente unterteilen, die z.B. die Kantenlaenge er verwendeten Blechstaerke haben. D.h. das Objekt wird in Millionen von elementaren stock flow submodels zerlegt, die entsprechend der Geometrie des Objekts miteinander gekoppelt sind. Die Methode ist als Finite Elemente Methode bekannt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Finite-Elemente-Methode
    Sie koennen damit z.B. den Crash Test eines Autos im Compute simulieren, was bei der Entwicklung stabiler Fahrgastzellen sehr hilfreich ist und entsprechende Fortschritte in der Fahrzeugsicherheit ermoeglicht hat.
    Voraussetzung fuer die erflogreiche Anwendung dieser Methode ist ein moeglichst zutreffendes „stock flow model“ eines Blechwuerfels mit der Kantenlaenge 0.x mm. Die Ingenieure haben das, nicht nur fuer Stahl sondern auch fuer das Aluminium des Motorblocks, den Kunstoff der Amaturen und sogar fuer das Oel im Tanker. Allerdings gibt es auch hier, trotz dieser „perfekten“ Mikrofundierung Probleme, die aus Nichtlinearitaeten und Pfadabhaengigkeiten entstehen. Das fuehrt z.B. dazu, das sich die Ergebnisse eines Crashtests dramatisch aendern koennen, wenn Sie den Aufprallwinkel nur um Bruchteile eines Grads aendern. Nun lesen sie mal, was Experten, die sich eine gewisse Unabhaengigkeit von den Softwarefirmen, die diese wunderbaren Tools entwickelt haben, sagen, woran es liegt (Ich kopiere die entsprechenden Textstellen, damit Sie sich nicht wieder in der Grundlagenvorlesung verirren und dort den Lehrstoff der Sekundarstufe 2 hervor kramen):

    „The Solution Morass:
    In nonlinear analysis the two FEM interpretations (mathematical and physical) are not equal in importance. Nonlinear analysis demands a persistent attention to the underlying physics to avoid getting astray as the “real world” is covered by layer upon layer of mathematics and
    numerics.
    Why is concern for physics of paramount importance? A key component of finite element nonlinear analysis is the solution of the nonlinear algebraic systems of equations that arise upon discretization.

    FACT is:
    The numerical solution of nonlinear systems in “black box” mode is much more difficult than in the linear case.
    The key difficulty is tied to the essentially obscure nature of general nonlinear systems, about which very little can be said in advance. And you can be sure that Murphy’s law (If something can go wrong, it will go wrong.) works silently in the background.
    One particularly vexing aspect of dealing with nonlinear systems is the solution morass. A determinate system of 1, 1000, or 1000000 linear equations has, under mild conditions, one and only one solution.
    The computer effort to obtain this solution can be estimated fairly accurately if the sparseness (or denseness) of the coefficient matrix is known. Thus setting up linear equation solvers as “black-box” stand-alone functions or modules is a perfectly sensible
    thing to do. By way of contrast, a system of 1000 cubic equations has 31000 ≈ 10300 solutions in the complex plane. This is much, much larger than the number of atoms in the Universe, which is merely 1050 give or take a few. Suppose just several billions or millions of these are real solutions. Which solution(s) have physical meaning? And how do you compute those solutions without wasting time on the others?
    This combinatorial difficulty is overcome by the concept of continuation, which engineers also call incremental analysis. Briefly speaking, we start the analysis from an easily computable solution — for example, the linear solution — and then try to follow the behavior of the system as actions applied to it are changed by small steps called increments. The previous solution is used as a starting point for the iterative solution-search procedure.“

    Und:

    „Rough nonlinearities are characterized by discontinuous field relations, usually involving inequality constraints. Examples: flow-rule plasticity, contact, friction. The local response is nonsmooth. Solution techniques for these problems are in a less satisfactory state, and case-by-case consideration is called for. The local and overall responses are generally path-dependent, an attribute that forces the past response history to be taken into account.
    The key difficulty is that conventional solution procedures based on Taylor expansions or similar differential forms may fail, because such Taylor expansions need not exist!
    An encompassing mathematical treatment is lacking, and consequently problem-dependent handling is presently the rule. For this class of problems incremental methods, as opposed to incremental-iterative methods, still dominate.“

    http://www.colorado.edu/engineering/cas/courses.d/NFEM.d/

    Kurz gesagt:

    Wenn es zu pfadabhaengigen nichtlinearen Phaenomenen kommt, dann ist das Feinste vom Feinsten, was die Ingenieurwissenschaften heute zu bieten haben und was mit modernsten Supercomputern handhabbar ist, keinen Pfifferling wert.

    Mit freundlichen Gruessen

    Georg Trappe

    • rubycon

      Ihre pfadgeleiteten Zitate und Links sind Lichtblitze und hilfreiche Hinweise dankbar . Lese die kopierten englischen, amerikanischen Passagen laut des Genusses und der Ganzheit von Wort und Sprache wegen.
      Für die konkrete praktische Ermittlung, Beschreibung, Beurteilung und Bewertung jedes einzelnen Zinssatzes im sozialen kommunikativen persönlichen Bezugsrahmen ist die Theorie/Physik nützlich, sofern man deren Erkenntnisse mit den Menschen/Sachbearbeitern und -innen abstimmen kann. Bei Erfolg eine gemeinsame Arbeit an Prozessen, die erfreut.

      PS
      nichtsdestotrotz sind Pfifferlinge ein Hochgenuss

      Das Newtonsche-Naherungsverfahren zur Zinssatzbestimmung in Bwl bei Lutz Kruschwitz war immer die Krönung des Versuchens, ein Gleichgewicht zu finden. Für höherdimensionale Räume nicht graphisch darstellbar aber existent .
      http://www.wiwiss.fu-berlin.de/institute/pruefungs-steuerlehre/bigus/Dokumente/FACTS-Forschungswerkstatt/FACTS-Forschungswerkstatt_SoSe_2013_Plan.pdf?1366630320

      beste Grüße
      for now

  11. rubycon

    „The key difficulty is that conventional solution procedures based on Taylor expansions or similar differential forms may fail, because such Taylor expansions need not exist!“

    http://en.wikipedia.org/wiki/Taylor_series

    Need? or Need not?

    • Das ist eine ausgezeichnete Frage an der sich wohl schon einige die Koepfe zerbrochen haben. Per souveraener Willkuer ist eine Taylor Zerlegung wohl immer moeglich. Der Knackpunkt ist, welche Willkuer lass ich gelten. Die konvexe oder konkave Verbindung zweier Punkte, die auch immer zwei Punkte links und rechts einer Anomalie / Singularitaet / Nichtdifferenzierbarkeit / Pfadabhaengigkeit (z.B. Hysterese) sein koennen.

      Und dann bin ich sehr schnell hier:
      http://de.wikipedia.org/wiki/P-NP-Problem
      Und dazu faellt mir dann noch dieser nette Aufsatz ein:
      http://arxiv.org/pdf/1002.2284v2.pdf

      Viele Gruesse

  12. moneymind

    Hallo,

    Ihren Kommentaren zum methdologischen Individualismus kann ich zustimmen. Vielmehr brauchen wir eine methodologische Strategie, in der wir die die Wirtschaft (inclusive ihrer juristischen Basis) als Handlungszusammenhang von Nichtbanken (sinnvollerweise unterschieden in Unternehmer und Lohnabhängige), Geschäftsbanken, Zentralbanken und Staat) derart modellieren, daß wir sowohl die typischen Einzelperspektiven dieser Akteursklassen von deren subjektivem Standpunkt als auch eine „Vogelperspektive“ aufs Gesamtsystem vom Standpunkt eines als Beschreibungsstandpunkt einnehmen.

    Da sie Bateson erwähnen: das wäre eine direkte Anwendung seines Prinzips der multiplen Perspektiven oder Mehrfachbeschreibung (vgl. z.B. „Geist und Natur“, Kap. III: „Vielfältige Versionen der Welt“ oder Kap V: „Vielfältige Versionen von Beziehungen“.

    Man könnte es auch so ausdrücken, daß dieses Modell die Form einer abstrakten Geschichte haben sollte, in der der „Erzähler“ (Modellbildner) nacheinander die Standpunkte der einzelnen (typisierten) Akteure einnimmt und beschreibt, um dann auch aus der Perspektive eines „allwissenden Erzählers“ den daraus entstehenden Gesamtprozess zu beschreiben, (den womöglich keiner der Beteiligten so geplant oder gewollt hat).

    Zur „Theorie“ wird das Modell dadurch, daß es durch die Verwendung von typisierten, abstrakten Akteursklassen vereinfacht. Erleichtert wird diese Typisierung dadurch, daß das bürgerliche Recht als ein Recht der Gleichheit ja für alle Akteure gleiche Handlungspämissen setzt. Daraus ergeben sich Nominalforderungen als eine Kernkategorie des Modells. Einen wichtigen Zusammenhang zwischen Einzel- und Gesamtperspektive liefert dabei Stützels Saldenmechanik.

    Ende des methodologischen Exkurses.

    Sie schreiben weiter:

    „Wenn Banken anfangen ihre Zinsen zu senken, dann aus einem anderen Grund: nämlich dann, wenn sich die Aussichten für die Rentabilität von Investitionen wieder verbessern und die Konkurrenz um die “besten” Schuldner einsetzt, die mit immer besseren Zinsgeboten gelockt werden sollen, wobei die Verringerung der Wahrscheinlichkeit für Kreditabschreibungen (gewissermaßen die “finanziellen Schäden”) diesen Spielraum für diese verbesserten Zinskonditionen überhaupt möglich macht.“

    Welche alternativen (bisher nicht bekannten oder genutzten) Strategien ergäben sich denn aus ihrem Modell für das Ziel, die Rentabilitätsaussichten für Investitionen in einer deflationären Krise wieder zu erhöhen?

    • „Ende des methodologischen Exkurses.“

      Na nicht ganz, denn die „abstrakte Geschichte“ liegt ja vor und bettet diese auch noch in die „kommunikationstheoretische Systemtheorie“ ein, woraus sich ja auch meine Differenzierung von „Geld“ und „Produktion“ als die Differenz von ’software‘ und ‚hardware‘ motiviert. Der Zugang über das ‚conundrum of profit‘ ist dabei eher von nebensächlicher Bedeutung, obwohl das auch mit dem groben Unfug aufräumt, daß Profit aus der Produktion – oder schlimmer noch: aus der Produktivität – entsteht. Daß Profit nur aus einer Umschichtung von Geldvermögen resultieren kann, ist für niemanden verständlich, der die Geschichte der Ökonomie mit „Robinson Crusoe“ anfängt – mithin ca. 98% aller Ökonomen.
      So, die Kurzform ist hier: dr-menendez.de ,
      die Langversion ist hier: http://books.google.de/books/about/Theorie_des_Kapitalismus_als_Sozialwisse.html?id=Om9idaj6MnkC&redir_esc=y

      Alternative Strategien: die sind eine Konsequenz aus dem obigen Post „Schulden“. Mal eine Kurzvision: Streichung der Absetzbarkeit von Zinsen als Kosten, Gleichstellung von Eigen- und Fremdfinanzierung in steuerlicher Hinsicht, die stärkere Attraktivität von Eigenkapital kann eventuell mit einer – platt gesagt – Einführung einer „Maschinensteuer“ einhergehen (‚window of opportunity‘), um Spielraum für die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung zu bekommen – fertig ist der ‚circulus virtiosus‘. Woran liegt´s? Daran, daß Geldvermögen dann eine wesentlich weniger attraktive Vorsorgeform ist und sich vielleicht sogar das Sparparadoxon auflöst, welches zu kaum noch absicherbaren Geldvermögensvolumina geführt hat. Das Beste dabei ist: niemandem muß etwas verboten werden! Daß sich dann irgendwelche unsittlichen Abschreibungsmodelle nicht mehr lohnen, würde natürlich die „Steuerberater“ auf die Palme bringen, die „Traumverkäufer“ von den Lebensversicherern & Co. sowieso und ‚leveraging‘ verliert auch seinen größten Glanz! Was war gleich noch das größte Problem der Gegenwart – Überschuldung?

      • moneymind

        Hallo, schönen Dank erstmal für den Hinweis auf Ihre abstrakte Geschichte einer monetären Theorie der Produktion.

        Zu Ihrer Alternativstrategie eine Frage: Sie wollen Geldvermögensbildung weniger attraktiv machen, um das Sparparadoxon aufzulösen. Es gäbe da eine ganze Reihe von möglichen Maßnahmen, mit denen das zu erreichen wäre und über die man diskutieren könnte. Wäre nicht eine der einfachsten Möglichkeiten, daß Zentralbanken und Staat über ihre Geld- und Fiskalpolitik einfach ein höheres Inflationsziel ansteuern als die gegenwärtigen 2% (EZB)?

      • Der Begriff „monetäre Theorie der Produktion“ ist zwar seit Keynes vergleichsweise prominent, dennoch trifft er nicht die Zielrichtung der „abstrakten Geschichte“! Denn diese ist eher davon geprägt, eine „monetäre Theorie des Geldes“ zu formulieren und zwar in der Hinsicht, daß die Begründung monetärer Begriffe auch in einer monetären Ursache auffindbar sein müssen. Wie oben in dem Post geschrieben ist eine Vergleichbarkeit von Begriffen nur dann gegeben, wenn es auch eine gemeinsame Bezugsebene gibt, die es möglich macht, diese Begriffe auch zu vergleichen. In der Schule hat man zwar – möglicherweise – gelernt, daß man Äpfel und Birnen nicht addieren kann, in der Ökonomie ist diese simple Grundtatsache noch nicht angekommen. Ich halte den Begriff „monetäre Theorie der Produktion“ für eine ‚contradictio in adjecto‘, wenn es darum geht, eine Theorie zu formulieren, die sich die „Integration von Wert und Geld“ mal wieder auf die Fahnen schreibt. Ein 200jähriges Versagen der ökonomischen Theorie muß man nicht noch perpetuieren. (Daß die „abstrakte Geschichte“ das Konzept vertritt, Geld als „relatives Maß der Produktion“ (und damit als autoregressives Konzept) zu konzipieren, muß man als Gegenentwurf zur ebenfalls relativ formulierten Quantitätstheorie – die Geld als „relatives Maß des Tausches“ versteht – verstehen!)

        „…Geldvermögensbildung weniger attraktiv machen…“
        Das mag ein Effekt dieser Strategie sein, aber die Begründung liegt nicht in dem Dezisionismus, den Sie hier darstellen. Die Begründung dafür, Geldzahlungen aufgrund von Zinsaufwand anders zu behandeln, als die Zahlungen für einen Sachaufwand liegt darin, daß – platt gesagt – Geld zu einem Informationssystem gehört, welches aus informationstechnischen Gründen – mehr oder weniger begriffen als immaterielle Entität – zu dem organisationstheoretischen Teil von Produktion gehört, aber nicht zur Produktion selbst. (Mein gelegentlich geäußerter Hinweis auf den Unterschied von Software und Hardware ist eben nicht nur ein Spruch – der von „nerdismusgefährdeten“ Leuten schon mal gelegentlich als „kalter Kaffee“ ignoriert wird!) Insofern ist meine Kurzvision nicht darauf ausgerichtet irgendwelche Ziele zu erreichen, sondern ist Ausdruck davon, daß eine andere Geldtheorie andere Normen setzt.

        Zu diesem Thema gehört auch die Legende vom „Inflationsziel“! Zum einen ist der Begriff „Inflation“ ein statistischer Begriff, der mehr oder weniger ohne eine theoretische Begründung existiert. (Wer die Quantitätstheorie ernst nimmt, glaubt auch an die Inflation als theoretischem Begriff – nur: es gibt ja nicht einen „Ökonomen“, der es versucht hätte, die Dimensionalität der Quantitätstheorie zu erklären, warum?: weil es nicht geht.) Zum Anderen bin ich der Meinung, daß Zentralbanken überhaupt kein Inflationsziel definieren können – das ist schlichtweg nicht ihr Einflußbereich! Der Einflußbereich von Zentralbanken besteht daraus zu versuchen, die Bonitätskriterien von Banken einigermaßen aneinander anzugleichen, damit der Liquiditätsausgleich zwischen den Banken funktioniert. Das ist aber wieder ein indirektes (relatives) Konzept der Beeinflussung von Geschäftsbanken.

        Ach ja: Relativdenken ist halt doch immer noch ein bißchen schwieriger, als das Festhalten an den Dingen, die man sehen und fühlen kann…

  13. rubycon

    @ Soffi

    Inflation – Messung bzw. Auftreten sehr interessant, weil statistische Erhebung und Steuerungsanmaßungen nicht den echten Vorgang Angebotspreis und Annahmeentscheidung auf einem Markt erfassen sondern nur Randgegebenheiten sein können.
    Warum kaufe ich eine Menge zu diesem Preis, und nächstes Mal und danach?

  14. rubycon

    Ist er nicht süß der alte ego Otmar, wie die Niederlage gegen Draghi und das Ende eines Paradigmas von ihm resümiert werden
    https://www.ifk-cfs.de/index.php?id=2115
    Wo sind die Ökonomen, die den green cheese der versteckten Uneinbringlichkeiten in den Büchern offen und ehrlich den Politikern over the counter präsentieren ?

    • Ja, schon witzig was Zentralbanker für Regentänze aufführen, wenn sie versuchen die Welt zu erklären. Am schönsten ist immer wieder, wie sie sich in ihrer eigenen „Glabwürdigkeit“ feiern um gleichzeitig relativ freimütig zuzugeben, daß sie auch nicht genau wissen, was sie da eigentlich tun. Eigentlich müßten sie ja langsam wissen, daß es völlig egal ist, ob sie die Zinsen ein bißchen rauf oder runter setzen, aber irgendwie wird in einer Endlosschleife – befeuert von einer neuigkeitssüchtigen Presse – ihre Wichtigkeit so intensiv gefeiert, daß sie offenbar inzwischen selbst dran glauben, daß ihre Zinsbeschlüsse irgendeine Folge hätten. (Nicht mit P. Volcker verwechseln!)

      Ganz wichtig ist ja das ‚targeting‘, obwohl ich irgendwie immer den Eindruck habe, daß die Zentralbanker da eigentlich nur „Moorhuhn“ spielen.🙂

  15. rubycon

    Diese Tage wird Ben Bernanke zur Zinspolitik der FED Stellungnehmen.
    Habe die folgernden Beschreibungen des Verhaltens zur „Optimierung“ der Referenzzinssätze mal angefügt.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/zinsmanipulation-die-libor-bande-12057074.html
    Bundesbanker Dombret erklärt heute im Handelsblatt auch den Standpunkt des zuständigen „Finanzstabilisatoren“.

    Zur Aufsicht der Auszug aus dem faz-Artikel:
    „Ein wichtiger Grund dafür, dass es zu den Manipulationen überhaupt kommen konnte, war offenbar, dass man die Libor-Meldungen in den Banken nicht besonders ernst nahm. Obwohl der Zins für die Weltwirtschaft so wichtig ist, war das Risikobewusstsein gering. Entsprechend schlecht waren die Kontrollen, entsprechend wenig Überwachung gab es. Dem gibt Chefaufseher Elke König von der Bafin ein gerüttelt Maß Schuld an dem, was passiert ist: „Das war im Rückblick nicht sachgerecht.“

    Gerade in der Finanzkrise hatte allerdings auch die Bankenaufsicht in vielen Ländern andere Sorgen. Sie wollte vermeiden, dass Banken kippen. Da soll einigen ein Libor, der etwas beschönigt wurde, gerade recht gewesen sein.

    Die harten Jungs unter den Bankern nahmen die Aufsicht ohnehin nicht ernst. Das geht aus den Storys hervor, die Douglas Keenan, in den 90er Jahren Händler bei der Investmentbank Morgan Stanley, unlängst vor dem Finanzausschuss des Bundestages zum Besten gab. „Meine Kollegen und ich waren damals als Trader tätig und sahen die Aufsichtsbehörden im Grunde als Lachnummern an.“ Der Libor sei schon seit mehr als 20 Jahren manipuliert worden, behauptet Keenan. „Das war normal und gab es überall, spätestens seit 1991.“ Über Frankfurt könne er nichts sagen, in London aber hätten das praktisch alle Banken gemacht: „Es war gängige Praxis. Und alle wussten das.““

    Wer kann und will das ändern, damit den Manipulatoren etwas mehr die Düse geht?

  16. „Insofern mutet es ziemlich rührend an, wenn von allen Seiten unisono in einer Rezession gefordert wird, daß die Notenbank die Zinsen senken müsse, um den Unternehmen “das Geld billiger zu machen” und die Unternehmen damit “angereizt” werden mehr investieren. Das kann die Notenbank zwar tun indem sie mit ihren Reizen nicht geizt, wird aber dennoch keine Effekte hinsichtlich der prognostizierten Kreditabschreibungen erzielen können, was eine wesentliche Vorbedingung dafür wäre die Banken zu veranlassen ihre Kreditzinsen zu senken.“

    Leuchtet ein, und ist ja auch exakt der Grund, warum die EZB-Zinspolitik in den Krisenländern (vermeintlich) „nicht wirkt“. (Was dann derart saublöde rhetorische Fragen von Zentralbankern hervorruft, wie es denn sein könne, dass die Kreditzinsen nördlich und südlich des Brenner weit auseinandergehen.)

    Dennoch ein caveat: Selbst wenn die Notenbanken die Kreditgewährung durch Zinssenkungen beim Zentralbankgeld nicht absolut mindern, müsste ein (relativer) Erfolg immerhin insoweit eintreten, als die ansonsten zu erwartenden noch stärkeren Steigerungen der Kreditzinsen vermutlich verhindert werden.

  17. Pingback: Schattenbanken: Schatten ist nur dann, wenn Sonne ist

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s